Informationsdienst WIRTSCHAFT
Aktuelle Nachrichten
21. Juli 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
ELENA wird endgültig eingestellt
Das Ende einer Datenkrake
"Nutzlos gesammelte Erhebungen müssen unverzüglich gelöscht werden“
„Hiermit kam man wahrscheinlich einer Niederlage vor dem Bundesverfassungsgericht zuvor“, kommentierte der Präsident des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein e.V., Lars-Michael Lanbin beim Badenia-Informationsdienst (bid) diese aus seiner Sicht vernünftige Entscheidung.
Mit dem ELENA-Verfahren werden bislang alle Arbeitgeber monatlich verpflichtet, neben den Meldungen für die Lohnsteuer und zu den Trägern der Sozialversicherung eine Vielzahl weiterer, auch persönlicher Daten elektronisch mitzuteilen. Dabei war nicht klar, ob diese Zahlen jemals für einen bestimmten Zweck benötigt würden. Dennoch sollte - ohne konkreten Bezug auf den Einzelfall - einer der größten Datenspeicher der Bundesrepublik Deutschland aufgebaut werden. Neben der begründeten wirtschaftlichen Frage danach, ob sich der Aufwand für dieses bürokratische Großprojekt jemals lohnen würde, bestehen daher unvermindert auch erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Verfahrens. Dies belegen nicht zuletzt die Tausenden von Verfassungsbeschwerden, die gegen ELENA in Karlsruhe zwischenzeitlich eingelegt wurden.
Aus Sicht des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein e.V. können die Erfahrungen aus diesem Projekt aber künftig dazu genutzt werden, es den Arbeitgebern zu ermöglichen, auf konkrete Nachfrage Daten von Arbeitnehmern elektronisch – statt auf Papier – an Behörden zu übermitteln. „Die bisher nutzlos gesammelten Erhebungen müssen aber unverzüglich gelöscht werden“, fordert Lanbin jedoch.
19. Juli 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Informationsdienst Notar und Recht
Die Mini-GmbH – ein Erfolgsmodell
Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) läuft englischer Limited den Rang ab
„Damit bestätigt sich die Einschätzung vieler Notarinnen und Notare, wonach die Nachfrage nach Limiteds stark zurückgegangen ist“, sagt Hayo Schapp, Geschäftsführer der Hamburgischen Notarkammer dem Badenia-Informationsdienst (bid). Grund hierfür ist vor allem, dass bei einer vorwiegend in Deutschland tätigen Limited nicht nur die deutsche, sondern auch die entsprechende ausländische Rechtsordnung zu beachten ist (insbesondere das Steuer-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht). Dies führt zu hohen Folgekosten und häufig zu unliebsamen Überraschungen, z. B. Löschungen von Amts wegen oder eine persönliche Haftung, wenn nicht sämtliche Vorschriften beachtet werden. Mit der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, steht Unterneh-mensgründern eine kostengünstige Alternative zur Verfügung, die bei einem Mindestkapital von einem Euro ebenfalls das Privileg der Haftungsbeschränkung bietet, aber die aufgeführten Nachteile nicht aufweist.
Die UG wurde im November 2008 durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen („MoMiG“) eingeführt. Rechtlich handelt es sich bei der UG um eine Spielart der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), weshalb die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oftmals auch „Mini-GmbH“ genannt wird. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Gesellschaftsformen besteht darin, dass eine UG bereits mit einem Stammkapital von einem Euro gegründet werden kann. Für die Gründung einer GmbH bedarf es jedoch eines Stammkapitals von mindestens 25.000,00 Euro. „Was viele aber nicht wissen, im Gegensatz zur Gründung einer Unternehmergesellschaft (haf-tungsbeschränkt) muss das Stammkapital bei Gründung einer GmbH nicht sofort in voller Höhe aufgebracht werden. Ausreichend ist zunächst die Aufbringung der Hälfte des Mindestkapitals“, so Hayo Schapp gegenüber dem bid.
Als Ausgleich für das geringe Mindestkapital muss bei der UG aber anders als bei der GmbH eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 25 % des (um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten) Jahresüberschusses gebildet werden. „Diese Verpflichtung berührt jedoch nicht das Recht der Gesellschafter, ein angemessenes Geschäftsführergehalt zu erhalten, sofern sie für die UG als Geschäftsführer tätig sind und hierin keine verdeckten Gewinnausschüttungen zu sehen sind“, so Hayo Schapp weiter. Ist ein Eigenkapital von 25.000,00 Euro erreicht oder wird es entsprechend aufgefüllt, kann sich die UG ohne weiteres in eine GmbH umwandeln. Dann entfällt auch die gesetzliche Rücklagepflicht.
Die Gründung einer GmbH oder UG ist beurkundungspflichtig. „Damit soll sichergestellt werden, dass keine Fehler bei der Gründung der Gesellschaft auftreten und die Gesellschafter über ihre Rechte und Pflichten belehrt und beraten werden“, erläutert Hayo Schapp. Für die Beratung, den Entwurf des Gesellschaftsvertrages und dessen Beurkundung steht Ihnen mit dem Notar Ihres Vertrauens ein kompetenter Ansprechpartner zur Seite. Diese Leistungen sind mit der Beurkundungsgebühr abgegolten.
Die Gründungskosten können reduziert werden, wenn eine UG anhand des vom Gesetzgeber vorformulierten Musterprotokolls gegründet wird. Zu beachten ist aber, dass auch die Gründung mit Musterprotokoll notariell beurkundet werden muss. Eine bloße Unterzeichnung des gesetzlichen Musters genügt nicht. Die Verwendung des Musterprotokolls sollte zudem vermieden werden, falls eine UG mit mehr als einem Gesellschafter gegründet werden soll. Denn in dem Musterprotokoll fehlen wichtige Regelungen zum Verhältnis der Gesellschafter untereinander (insbesondere zum Wechsel und Ausschluss von Gesellschaftern) und auch die Befugnisse des Geschäftsführers passen nur für eine Gesellschaft, bei der ein Alleingesellschafter zugleich der einzige Geschäftsführer ist.
13. Juli 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
KfW-Studie:
Frauen gründen anders
Frauen gründen zwar kleiner, finanzieren ihr Vorhaben jedoch passgenau
Viele Frauen schätzen daher an der Selbstständigkeit im Nebenerwerb die zeitliche Flexibilität, die es ihnen erlaubt, Beruf und Familie zu vereinbaren", sagt Dr. Margarita Tchouvakhina, Abteilungsdirektorin bei der KfW Bankengruppe gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid). Eine Nebenerwerbsgründung kommt außerdem der geringeren Risikoneigung von Frauen entgegen, da so die Geschäftsidee zunächst getestet und die Selbstständigkeit im Erfolgsfall auf den Vollerwerb ausgeweitet werden kann.
In den Branchen, in denen Frauen besonders häufig gründen, lassen sich Unternehmensstarts mit geringem Mitteleinsatz und reduziertem Zeitaufwand gut umsetzen. Der Bereich "Persönliche Dienstleistungen" beispielsweise ist wenig kapitalintensiv und umfasst unter anderem die Branchen Bildung, Gesundheitswesen oder den Unterhaltungssektor. Hier starten rund 43 % aller Gründerinnen, während es bei den Gründern nur 20 % sind. In den "wirtschaftlichen Dienstleistungen" (z. B. Unternehmensberatungen, Architektur- oder Maklerbüros) gründen Frauen signifikant seltener als Männer, hier finden sich 39 % aller Gründer und nur 32 % aller Gründerinnen wieder.
Gründungen von Frauen sind sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb von Anfang an kleiner dimensioniert als Gründungen von Männern: Rund drei Viertel der Gründerinnen starten ihre Selbstständigkeit ohne Mitarbeiter (Gründer: 64%). Zudem kommen Gründerinnen mit noch geringerem Mittelbedarf aus als Gründer: 15 % der Starterinnen setzen weder Sach- noch Finanzmittel ein (Gründer: 9 %). Diejenigen, die zum Start ihrer Selbstständigkeit doch externe Finanzmittel benötigen, nutzen dann bei ähnlichen Projekten vergleichbar hohe Finanzierungsvolumina wie die Gründer. So unterscheiden sich auch die Anteile von Gründern und Gründerinnen mit externem Finanzierungsbedarf über 25.000 EUR nur marginal (25 % der Gründer, 22 % der Gründerinnen mit externem Finanzmitteleinsatz). "Das Finanzierungsvolumen passt zur Größe der Gründungen. Es ist nicht so, dass Frauen ihre Unternehmen im Vergleich zu Männern unterfinanzieren", sagt Dr. Tchouvakhina.
Ein zentraler Indikator für den Erfolg von Gründungsprojekten ist ihre Bestandsfestigkeit. Hier zeigt sich, dass Gründungen von Männern und Frauen mit vergleichbaren Projekteigenschaften - wie Größe, Finanzausstattung oder Branche - und ähnlichem persönlichem Hintergrund - bspw. Ausbildung oder Gründungsmotiv - gleich lang am Markt bleiben.
Die Untersuchung ist eine weitere Studie im Bereich gender research der KfW Bankengruppe. Im Juni dieses Jahres ist bereits der KfW-Standpunkt "Chefinnen im Mittelstand" erschienen. Eines der Topergebnisse war, das Frauen mit ihren Unternehmen seltener anstreben zu wachsen, um flexibel zu bleiben und die Balance zwischen privatem und beruflichem Leben besser zu halten.
05. Juli 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Beitragswachstum bei der Lebensversicherung
Zahlen zur Geschäftsentwicklung 2010 der deutschen Lebensversicherer
Die Geschäftsentwicklung der Lebensversicherung ist auch 2010 vom Einmalbeitragsgeschäft geprägt. Deren Anstieg fällt allerdings mit einem Plus von knapp 30 Prozent deutlich niedriger aus als im Vorjahr (2009: plus 60 Prozent). Über die Hälfte der Einmalbeiträge im Neugeschäft entfallen auf sofort beginnende und aufgeschobene Rentenversicherungen. Ein Beleg für den verstärkten Wunsch der Menschen, ihr angespartes Kapital in einen lebenslangen Einkommensstrom umzuwandeln. Hier zeigt sich der Vorzug der Lebensversicherung: Nur sie ist in der Lage, solche lebenslangen Garantien darstellen zu können. Mit rund 27 Mrd. Euro machen die Einmalbeiträge mehr als ein Viertel der gesamten Beitragseinnahmen der Lebensversicherungen aus.
Erfreulich ist, dass 2010 die Zahl der Vertragskündigungen weiter zurückgegangen ist. So lag die Stornoquote 2010 nur noch bei 3,6 Prozent – nach 3,9 Prozent in 2009 und 4,0 Prozent in 2008. Auch die Verwaltungskosten der Lebensversicherung sind weiter zurückgegangen: So sank die Quote, bei der die Verwaltungskosten ins Verhältnis zu den Brutto-Beiträgen gesetzt wird, auf 2,4 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent). Mitte der 80er-Jahre betrug diese noch über 6 Prozent.
Positiv ist der Trend auch bei der geförderten Altersvorsorge („Riester“ und „Rürup“); hier wuchsen die Bestände weiter an (plus 5,0 Prozent bzw. plus 18,1 Prozent). Viele Rentner von morgen tun etwas gegen das Armutsrisiko und erschließen sich schon heute mehrere Quellen für ihre Versorgung im Alter.
Insgesamt zahlten die Lebensversicherer im Jahr 2010 Leistungen in Höhe von knapp 73 Mrd. Euro an ihre Kunden aus. Das sind täglich rund 200 Mio. Euro. Das macht deutlich, welche Bedeutung den Lebensversicherern bei der Versorgung heutiger Rentner zukommt.
Damit die Lebensversicherer dieser Verantwortung gerecht werden, legen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel langfristig am Kapitalmarkt an. Ende 2010 addierten sich diese Kapitalanlagen auf 752,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 723,1 Milliarden Euro); weitere 56 Milliarden Euro (Vorjahr: 45 Milliarden Euro) kamen noch für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen hinzu.
Die Lebensversicherung kombiniert Sicherheit mit überdurchschnittlicher Rendite. Und sie bleibt auch nach Absenkung des Höchstrechnungszinses 2012 ein attraktives Produkt. In diesem Jahr liegt die Gesamtverzinsung von Kapitallebensversicherungen im Branchendurchschnitt bei 4,8 Prozent. Keine andere vergleichbar sichere Anlage schafft diese Leistung.
04. Juli 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
1.500 Berater betreuen 920 Tausend Geschäftskunden
Commerzbank baut Beratung von Geschäftskunden aus
Eröffnung von 65 neuen Beratungszentren in ganz Deutschland
Mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent gehört die Bank zu den führenden Anbietern für Geschäftskunden in Deutschland. Aktuell betreuen 1.500 Berater 920 Tausend Geschäftskunden.
Die Beratungszentren sind auf die Anforderungen von Freiberuflern, Gewerbetreibenden und Firmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Mio. Euro spezialisiert. Jeder Kunde hat einen festen Ansprechpartner, der bei Bedarf von einem breit aufgestellten Team von Spezialisten unterstützt wird. So stehen den Beratern neben Kredit- auch Wertpapier- sowie Versicherungsfachleute zur Seite.
Die Commerzbank ist führend bei Privat- und Firmenkunden in Deutschland. Mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets, Central & Eastern Europe sowie Asset Based Finance bietet die Bank ihren Kunden ein attraktives Produktportfolio und ist insbesondere für den exportorientierten Mittelstand ein starker Partner in Deutschland und weltweit. Mit rund 1.200 Filialen verfügt die Commerzbank zukünftig über eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken. Sie hat rund 60 Standorte in 50 Ländern und betreut mehr als 14 Millionen Privat- sowie 1 Million Geschäfts- und Firmenkunden weltweit. Im Jahr 2010 erwirtschaftete sie mit 59.100 Mitarbeitern Bruttoerträge von 12,7 Milliarden Euro.
29. April 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Kunden- und Produktdaten vollständig in Commerzbank-Systeme übertragen
Commerzbank schließt IT-Integration der Dresdner Bank erfolgreich ab
Kunden erhalten in allen Filialen die gleichen Produkte und Dienstleistungen
Alle Systeme laufen stabil“, sagte Frank Annuscheit, im Vorstand der Bank für den Bereich Services gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid) und damit auch für die IT-Integration verantwortlich. Für die Kunden bedeutet das: Sie erhalten in allen Filialen die gleichen Produkte und Dienstleistungen.
In den IT-Systemen der Commerzbank werden zukünftig unter anderem die Daten von rund elf Millionen Privatkunden in Deutschland verarbeitet, die im Jahr etwa fünf Milliarden Transaktionen abwickeln. „Diesen Prozess haben wir über Monate detailliert vorbereitet. In einem ersten Schritt wurden im August 2010 die Kapazitäten der Commerzbank-IT deutlich erhöht und die Beibehaltung der Dresdner Kontonummern vorbereitet. Anschließend haben wir die Zusammenführung in zahlreichen Tests geprobt und dazu die gesamte IT virtuell in zwei kompletten Testbanken nachgebaut.“, sagte Ulrich Sieber, im Vorstand für die gesamte Integration der Dresdner Bank verantwortlich, „Insgesamt waren bis zu 4.500 Mitarbeiter bankweit für die Integration im Einsatz, allein am Osterwochenende ca. 2.500 im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr. Die Kolleginnen und Kollegen haben hervorragende Arbeit geleistet.“
Ende Mai 2011 endet das größte Integrationsprojekt der deutschen Bankengeschichte. Bis Ende 2012 werden noch rund 400 nah beieinander liegende Filialen zusammengelegt.
Die Commerzbank ist führend bei Privat- und Firmenkunden in Deutschland. Mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets, Central & Eastern Europe sowie Asset Based Finance bietet die Bank ihren Kunden ein attraktives Produktportfolio und ist insbesondere für den exportorientierten Mittelstand ein starker Partner in Deutschland und weltweit. Mit rund 1.200 Filialen verfügt die Commerzbank zukünftig über eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken. Sie hat rund 60 Standorte in 50 Ländern und betreut 14 Millionen Privat- sowie 1 Million Geschäfts- und Firmenkunden weltweit. Im Jahr 2010 erwirtschaftete sie mit 59.100 Mitarbeitern Bruttoerträge von 12,7 Milliarden Euro.
19. April 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Kreditmediatoren bauen bundesweites Netzwerk aus
Bundeskanzlerin gibt Anstoß für ein neues Tätigkeitsfeld
Experten wollen Qualitätsstandards erarbeiten
Am Rande eines ersten Bundeskongresses der Kreditmediatoren, der als Fachtagung von der Friedrich-Naumann-Stiftung in der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach ausgerichtet wurde, dankte Armbruster Merkel für ihr Schlaglicht auf das noch neue Tätigkeitsfeld. Auf dieser Grundlage sei es möglich, weitere interessierte Mediatoren und Unternehmensberater zu Kreditmediatoren auszubilden, auf Sicht sogar einen ganzen neuen Beruf zu etablieren.
Der vor einem Jahr gegründete Bundesverband hat sich zum Ziel gesetzt, die weit verstreuten Experten miteinander zu vernetzen. Auch soll die Notwendigkeit gesetzlicher Rahmenbedingungen geprüft und ein Schwerpunkt auf die Qualität gelegt werden. Eine maximale Qualitätssicherung, so Vorstandsmitglied Reinhard Oldenburg gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid), sei für die Arbeit der Kreditmediation unerlässlich. Hierzu wird der BdKM Ausschüsse bilden und Wege erarbeiten. Darüber hinaus will der Bundesverband sowohl auf politischer wie auch auf gesellschaftlicher Ebene mehr Verständnis dafür wecken, dass die moderierte Konfliktlösung zwischen Banken und Unternehmen zu einer Selbstverständlichkeit wird.
Nach Einschätzung der deutschen Wirtschaftsverbände könnten in den kommenden Jahren – auch vor dem Hintergrund von Basel III – viele Unternehmen die Hilfe eines Kreditmediators benötigen. Die Zahl sachkundiger Berater ist hingegen noch relativ klein. Kontaktadressen sind über den BdKM zu bekommen.
04. Februar 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Beitrag zur Überwindung der Wirtschaftskrise
KfW-Förderung 2010 erneut stark nachgefragt
28,5 Mrd. EUR Fördervolumen im Geschäftsbereich KfW Mittelstandsbank (+20 %)
Allein im Bereich der gewerblichen Wirtschaft hat die KfW 28,5 Mrd. EUR ausgereicht; mit dem weit überwiegenden Teil hat sie kleine und mittelständische Unternehmen durch die Krise begleitet. Einen wichtigen Beitrag zur Kreditversorgung des Mittelstands leistete auch das zu Beginn des Jahres 2009 neu eingeführte und planmäßig zum 31.12.2010 ausgelaufene KfW-Sonderprogramm mit Kreditzusagen von insgesamt 13,3 Mrd. EUR bis zum Jahresende 2010 (2010: 6,2 Mrd. EUR).
"Die Rekordnachfrage des Jahres 2010 nach KfW-Produkten zeigt, dass wir der deutschen Wirtschaft auch in der Krise die richtigen Angebote gemacht haben. Insbesondere das KfW-Sonderprogramm war ein erfolgreicher Beitrag zur Überwindung der Wirtschaftskrise. Auch in der Anfangsphase der konjunkturellen Erholung bieten wir Rückenwind für den Aufschwung Deutschlands. Allerdings erwarten wir als subsidiär tätige Förderbank in den kommenden Monaten in Folge der weiteren Erholung eine verringerte Nachfrage nach unseren Angeboten", sagte Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Mit Blick auf das Jahr 2011 fügte er hinzu: "Damit wir auch in Zukunft als Förderbank erfolgreich arbeiten können, werden wir die Modernisierung der KfW weiter vorantreiben. Neben der noch konsequenteren Ausrichtung unserer Förderangebote auf das Prinzip der Nachhaltigkeit, steht in den nächsten Jahren die Verbesserung der Kundenorientierung im Fokus", so Dr. Schröder.
Im internationalen Geschäft wurden Zusagen in Höhe von 15 Mrd. EUR erteilt (Vorjahr: 13,4 Mrd. EUR, +12 %). Davon entfielen 9,3 Mrd. EUR auf die Export- und Projektfinanzierung, 5,7 Mrd. EUR auf die Förderung von Entwicklungs- und Transformationsländern. Das gesamte Neugeschäftsvolumen der KfW Bankengruppe für das Jahr 2010 liegt mit 81,4 Mrd. EUR weit über dem des Vorjahresergebnisses (63,9 Mrd. EUR, +27 %).
Neben der Unterstützung des Mittelstands und dem Kampf gegen die Folgen der Rezession blieb der Klima- und Umweltschutz der wichtigste Förderschwerpunkt. Für Investitionen in den Klima- und Umweltschutz im In- und Ausland vergab die KfW insgesamt 25,3 Mrd. EUR. Dies entspricht fast einem Drittel des gesamten Fördervolumens der KfW Bankengruppe. Allein in Deutschland hat sich das Fördervolumen in diesem Feld gegenüber dem Jahr 2009 von 16,5 Mrd. EUR um 27 % auf 20,8 Mrd. EUR erhöht.
Ergebnisse der Förderaktivitäten der Geschäftsbereiche im Einzelnen
Der Geschäftsbereich KfW Mittelstandsbank hat im Jahr 2010 ein Fördervolumen von 28,5 Mrd. EUR (Vorjahr: 23,8 Mrd. EUR, +20 %) erzielt. Getrieben wurde dieses deutliche Wachstum der Kreditvergabe vor allem durch Zusagen des KfW-Unternehmerkredits mit 8 Mrd. EUR (Vorjahr: 6,4 Mrd. EUR), von Innovationsfinanzierungen mit 2,1 Mrd. EUR (Vorjahr: rund 1,3 Mrd. EUR) und im Rahmen des Förderschwerpunkts Umwelt. Hier stieg das Fördervolumen im Vergleich zum Vorjahr um 59% auf 11,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 7 Mrd. EUR). Insbesondere resultierte der Zuwachs aus der starken Nachfrage nach dem KfW-Programm Erneuerbare Energien (9,6 Mrd. EUR; Vorjahr: 5,5 Mrd. EUR).
Mit einem Zusagevolumen von 13,5 Mrd. EUR seit Programmstart Anfang
2009 (6,2 Mrd. EUR im Jahr 2010) bis 28.01.2011 hat das KfW-Sonderprogramm inklusive Globaldarlehen einen elementaren Beitrag zur Sicherung der Finanzierung des Mittelstandes geleistet. Gerade kleinere Unternehmen profitierten vom KfW-Sonderprogramm: Rund zwei Drittel der Kredit nehmenden Unternehmen hatten einen jährlichen Umsatz von weniger als 10 Mio. EUR. Das durchschnittliche Kreditvolumen dieser Unternehmen lag bei rund 320.000 EUR. Durch die insgesamt getätigten Investitionen wurden rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze gesichert.
Im Geschäftsbereich KfW Privatkundenbank ist das gesamte Fördervolumen von 16,1 Mrd. EUR auf 20 Mrd. EUR gestiegen. Es wurden 604.753 Zusagen gemacht (+43 %). Das bedeutet, dass im Jahr 2010 täglich 2.325 Kredite zugesagt wurden und ist ein Zeichen der hohen Leistungsfähigkeit der KfW. Die Programme für Energieeffizientes Bauen und Sanieren verzeichneten eine konstante Nachfrage: Das Zusagevolumen von 8,7 Mrd. EUR lag nur knapp unter dem Rekordniveau des Vorjahres (2009: 8,9 Mrd. EUR). Stark nachgefragt wurde das KfW-Wohneigentumsprogramm in Höhe von 6,5 Mrd. EUR (Vorjahr: 3,9 Mrd.
EUR).
In der Bildungsfinanzierung konnte das Zusagevolumen von 1,7 Mrd. EUR auf 2,1 Mrd. EUR deutlich gesteigert werden. Dies ist im Wesentlichen auf den stärker nachgefragten KfW-Studienkredit zurückzuführen. Insgesamt 53.000 Studierende, davon allein 21.590 Neuzusagen in 2010, nutzen den KfW-Studienkredit während ihrer akademischen Erstausbildung zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten.
Im Geschäftsbereich KfW Kommunalbank konnte die Kreditvergabe um 69% auf 15,8 Mrd. EUR (Vorjahr: 9,4 Mrd. EUR) stark ausgeweitet werden.
Insbesondere die Infrastrukturförderung war durch dynamisches Wachstum gekennzeichnet. Der KfW-Investitionskredit wurde mit 1,9 Mrd. EUR (Vorjahr: 0,5 Mrd. EUR) stark nachgefragt; genauso wie die im Rahmen der sogenannten "Investitionsoffensive" angebotenen Produkte für Kommunen (1,3 Mrd. EUR; Vorjahr: 0,6 Mrd. EUR). 1,8 Mrd. EUR wurden im Rahmen des Ende 2010 ausgelaufenen Ungebundenen Kommunalkredits zugesagt (Vorjahr: 0 Mrd. EUR). Auch das Globaldarlehensgeschäft mit den Landesförderinstituten hat sich sehr gut entwickelt und wies zum Ende des Jahres 2010 9,2 Mrd. EUR (Vorjahr: 7,3 Mrd. EUR) aus.
Der Geschäftsbereich Entwicklungs- und Transformationsländer hat im Jahr 2010 Finanzierungen in einem Umfang von insgesamt 5,7 Mrd. EUR zugesagt und damit das hohe Niveau des Vorjahres (4,5 Mrd. EUR) weit überschritten. Auf die KfW Entwicklungsbank entfiel dabei ein erneut stark gestiegenes Zusagevolumen von 4,5 Mrd. EUR (Vorjahr 3,5 Mrd. EUR). Neben den Mitteln aus dem Bundeshaushalt hat die KfW hier 2,8 Mrd. EUR eigene Mittel für Projekte eingesetzt. 2010 konnte die KfW Entwicklungsbank ihre Position als internationale Klima- und Umweltbank deutlich ausbauen: für umwelt- und klimarelevante Vorhaben insgesamt 2,6 Mrd. EUR (rd. 58 % der Gesamtzusagen der KfW Entwicklungsbank). Sie leistet mit ihrem Engagement einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung des als "Official Development Assistance"
(ODA) anerkannten Zusagevolumens. 75 % der 2010 getätigten Zusagen sind ODA-anrechenbar (Vorjahr: 64 %). Auch das KfW-Tochterunternehmen DEG konnte das Neugeschäft im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern und Finanzierungen in Höhe von 1,2 Mrd. EUR für private Investitionen in Entwicklungsländern zusagen (Vorjahr: 1 Mrd. EUR). Besonders erfreulich ist, dass die DEG einen hohen Zuwachs bei Klimaschutz-Zusagen mit fast 230 Mio. EUR (44 Prozent mehr als im Vorjahr) verzeichnet.
Die Neuzusagen im Geschäftsbereich Export- und Projektfinanzierung sind im Jahr 2010 auf 9,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 8,9 Mrd. EUR) angestiegen. Schwerpunkte der Neugeschäftsaktivitäten lagen in den Bereichen Transport und Infrastruktur (ca. 35 %) sowie Energie und Umwelt (ca. 20 %). Mit diesem Neugeschäft konnte die KfW IPEX-Bank der Nachfrage nach mittel- und langfristigen Finanzierungen in Deutschland und im Ausland nachkommen und ihren Kunden in einem schwierigen Marktumfeld als verlässlicher Finanzierungspartner zur Seite stehen.
Im Geschäftsbereich Kreditverbriefung und kapitalmarktnahe Produkte wurden in 2010 rd. 2,1 Mrd. EUR zugesagt (Vorjahr: 1,5 Mrd. EUR). Die KfW hat damit nachhaltige Impulse zum Anschub des deutschen Verbriefungsmarktes gegeben. Zudem hat sie maßgeblich an der Entwicklung des "Deutschen Verbriefungsstandards" mitgewirkt, der im Sommer von der TSI eingeführt worden ist. Dieser unterstreicht als Qualitätssiegel die soliden Strukturen deutscher Verbriefungen.
Im Rahmen des Programms zur "Refinanzierung bundesgedeckter Exportkredite" hat die KfW 2010 Banken rund 1,1 Mrd. EUR zur langfristigen Refinanzierung von Exportkrediten zur Verfügung gestellt und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Finanzierungssituation deutscher Exporteure geleistet. Die Bundesregierung und die KfW haben gemeinsam beschlossen, das zunächst bis Ende 2010 befristete Programm zu veränderten marktmäßigen Konditionen bis Ende 2012 fortzuführen. Hiermit soll den nach wie vor schwierigen Marktbedingungungen für langfristige Exportfinanzierungen Rechnung getragen werden.
Zur Refinanzierung ihres Geschäfts hat die KfW im Jahr 2010 Mittel in Höhe von rund 76,4 Mrd. EUR (Vorjahr: 74,7 Mrd. EUR) an den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen. Es hat sich erneut gezeigt, dass die erstklassige Kreditqualität der KfW sowie die transparente, verlässliche und bewährte Emissionsstrategie der KfW auch in der Krise geschätzt sind. Für das Jahr 2011 plant die KfW ein Refinanzierungsvolumen im Umfang von rund 75 Mrd. EUR.
27. Januar 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Carbon Disclosure Project - Supply Chain Report 2011:
Zusammenarbeit mit grünen Unternehmen zahlt sich aus
Nachhaltigkeit beim Lieferkettenmanagement sorgt für bessere Unternehmensperformance
Mehr als die Hälfte aller Konzerne und ein Viertel aller Zulieferer verzeichnen durch nachhaltige Lieferketten weitreichende Kosteneinsparungen. 86 Prozent der CDP Supply Chain-Unternehmen sehen weitreichende Wettbewerbsvorteile durch die enge Zusammenarbeit mit Zulieferern – allen voran ein verbesserter Return on Investment. Im Jahr 2009 waren dies lediglich 46 Prozent. „Dieser rasante Anstieg bestätigt, dass eine konsequente nachhaltige Ausrichtung beim Lieferkettenmanagement und im Einkauf nicht nur der Umwelt hilft – denn in diesem Bereich fallen meist mehr als die Hälfte der CO2-Emmission eines Unternehmens an, sondern auch die Kosten drückt“, sagt Daniel Mahler, Partner bei A.T. Kearney und einer der Verantwortlichen für die Durchführung der Studie, gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid).
Mehr als 79 Prozent der CDP Supply Chain-Mitgliedsunternehmen besitzen mittlerweile eine übergreifende Nachhaltigkeits-Strategie. Im letzten Jahr waren es erst 63 Prozent. Entsprechend hoch ist auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Bereich Lieferkettenmanagement.
Die wachsende strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit hat im vergangenen Jahr geradezu einen Dominoeffekt innerhalb der Lieferketten der globalen Konzerne ausgelöst. So bieten bereits 41 Prozent der Unternehmen entsprechende Schulungen für ihre Mitarbeiter an, wenn sie Vorschläge zur CO2-Reduktion in der Lieferkette machen. Diese werden in 25 Prozent der Unternehmen sogar besonders honoriert.
Neben einer gezielten Mitarbeitermotivation hat sich auch der Nutzen im Bereich Brand Management in mehr als der Hälfte der Unternehmen erhöht. Zudem ist Produktdifferenzierung sogar für 60 Prozent aller Unternehmen ein zunehmend wichtiges Ziel.
Die Qualität und Konsistenz der Reporting-Prozesse entlang der Lieferkette stehen in punkto CO2-Ausstoß jedoch noch vor erheblichen Herausforderungen. Nach und nach etablieren die Unternehmen jedoch standardisierte CO2-Scorecards zur Optimierung ihrer Lieferketten. So hat sich der Anteil der Unternehmen, die ihre Supply Chain-Emissionen tracken und reporten auf 45 Prozent mehr als verdoppelt. 72 Prozent der weltweiten Konzerne lassen ihre Daten sogar extern überprüfen, während dies bei nur 39 Prozent der Lieferanten der Fall ist – vornehmlich aufgrund der hohen Kosten, die damit verbunden sind. „Ein Umdenken bei den Zulieferern ist dringend erforderlich, denn bereits 17 Prozent der Konzerne wählen ihre Zulieferer bereits nach CO2-Kriterien aus. Tendenz weiter steigend – wir schätzen auf etwa 30 Prozent in fünf Jahren“, sagt Mahler.
„Wir sehen einen enormen Wandel bei den führenden Unternehmen in der Art und Weise, wie sie nachhaltige, quantifizierbare CO2-Programme und Policies einsetzen“, sagt Frances Way, Program Director des CDP: „Während im letzten Jahr zahlreiche Konzerne eine sinnvolle Klimapolitik fest in ihre Geschäftsstrategie eingebettet haben, geht es jetzt an die konkrete operative Umsetzung – und das über die gesamte Lieferkette hinweg. Besonders erfreulich dabei: Sowohl Konzerne als auch Lieferanten profitieren gleichermaßen von einer Zusammenarbeit, die neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Ziele verfolgt.“
„Zukunftsorientierte Führungskräfte haben längst erkannt, dass die Programme zur Verringerung der Treibhausgase für ihre Organisationen erhebliche wirtschaftliche und strategische Vorteile bieten. Die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten in dieser Hinsicht vervielfacht diese Vorteile zusätzlich“, so Mahler.
Accenture, Acer Inc., Asustek Computer Inc, Banco Bradesco S/A, Bank of America, Barclays, Baxter International Inc., Becker Underwood, Biogen Idec Inc., BT Group, Kraft Foods, Chicony Power Technology Co.,Ltd. (DongGuan), Colgate Palmolive Company, Coloplast A/S, ConAgra Foods, Inc., Danone, Dell, Diebold, EADS N.V, Elopak, EMC Corporation, Endesa, ENEL SpA, eni, FIBRIA Celulose S/A, Ford Motor Company, Google Inc., Heinz (H.J.) Company, Hewlett-Packard, Hynix Semiconductor, Imperial Tobacco Group, International Business Machines (IBM), Johnson & Johnson, Johnson Controls, Juniper Networks, Inc., KAO Corporation, Kellogg Company, Kimberly-Clark Corporation, L' Oreal, Logica, Merck & Co., Inc., Millipore Corp., Molson Coors Brewing Company, National Australia Bank, National Grid, Nestle, PepsiCo, Inc., Philips Electronics, Reckitt Benckiser, Rolls-Royce, Royal Mail Group, Sony Corporation, Unilever, Vivendi Universal, Vodafone Group, VT Group.
Über CDP
Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die weltweit Schlüsseldaten von 3.000 Unternehmen zum Thema Klimawandel sammelt und mittlerweile über die weltweit größte Datenbank mit Informationen zu Treibhausgasemissionen und Klimaschutzstrategien der Unternehmen verfügt. Seit der Gründung im Jahr 2000 widmet sich das CDP der Erhebung von klimarelevanten Daten für Investment-Portfolios von über 534 institutionellen Anlegern, die ein Vermögen von insgesamt mehr als 64 Billionen US-Dollar verwalten sowie für Lieferketten von Unternehmen und dem öffentlichen Sektor.
Über A.T. Kearney
A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer Umsetzungsstärke unterstützen wir unsere Klienten bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in globalen Produktions- und Lieferketten.
A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro außerhalb der USA. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 2.700 Mitarbeiter in 37 Ländern der Welt.
20. Januar 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Erstmals Möglichkeit zur effizienten Risikoevaluation
Durchbruch in der Finanzmathematik
FernUni-Wissenschaftler optimiert nobelpreisprämiertes Modell
Ihm ist es gelungen, das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Black-and-Scholes-Modell zur Bewertung von Finanzoptionen, entwickelt 1973 von Fischer Black und Myron Samuel Scholes, entscheidend zu optimieren.
Kaum in der renommierten finanzmathematischen Fachzeitschrift Journal of Derivatives veröffentlicht, wird seine Optionspreisformel auch schon in der Praxis angewendet – ein deutliches Zeichen dafür, dass Mazzonis Arbeit ein drängendes Problem des globalen Finanzmarkts löst.
Mit seiner Methode kann der Wert von Derivaten am Finanzmarkt sehr genau und in einer bisher nicht erreichten Geschwindigkeit bestimmt werden. Erstmals haben Banken damit die Möglichkeit zur effizienten Risikoevaluation.
Annahme des Black-and-Scholes-Modells: konstante Schwankungen
Derivate werden auch als Finanztermingeschäfte bezeichnet. Sie sind hochentwickelte Risikotransferinstrumente, mit denen seit rund 40 Jahren auf dem globalen Finanzmarkt gehandelt wird. Ein Beispiel für ein Derivat ist eine Option, also ein verbrieftes Recht darauf, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. So können sich Käufer und Verkäufer beispielsweise gegen Schwankungen des Wechselkurses, die ein zukünftiges Geschäft oder eine zukünftige Zahlungsverpflichtung betreffen, absichern. Diese Versicherung wiederum hat ihren eigenen Preis. Die Höhe dieses Preises wird durch das finanzmathematische Modell bestimmt, mit dem er berechnet wird.
Hauptproblem der Optionsbewertung war bisher zu ermitteln, was ein fairer und dem Risiko entsprechend angemessener Preis für eine solche Versicherung ist. Kritisch am Black-and-Scholes-Modell: Es beinhaltet die Annahme, dass der Finanzmarkt konstanten Schwankungen unterliegt und das Risiko für Käufer und Verkäufer dementsprechend auch gleichbleibend ist. „Es ist seit einigen Jahren empirisch belegt, dass diese Schwankungen am Finanzmarkt zeitlich variabel sind und nicht dazu neigen, zufällig zu variieren. Zu Beginn einer Finanzkrise sind sie exorbitant hoch, wie sich zuletzt 2009 gezeigt hat, mittlerweile sind sie wieder moderat “, erklärt Dr. Mazzoni dem Badenia-Informationsdienst (bid). Wie aber lassen sich diese Schwankungen in ein Modell zur Bewertung von Derivaten integrieren, zumal sie nicht selbst, sondern nur die Rendite messbar ist und Derivate nur dann eindeutig bewertet werden können, wenn der „Wert“ der Schwankungen im Vorfeld in die Rechnung mit einbezogen werden muss?
Mazzonis Ansatz: Differentiale anstatt numerischer Integration
Seit Mitte der 1990er-Jahre werden dafür so genannte GARCH-Modelle (Generalized Autoregressive Conditional Heteroscedasticity) verwendet, die im Vergleich zum Black-and-Scholes-Ansatz einen erheblichen Fortschritt mit sich bringen: Sie erklären die Volatilität, also die Schwankungsbreite von Wertpapierkursen, als Funktion vergangener Volatilitäten und vergangener Renditen und damit vom Zufall unabhängig. Dafür bringen sie aber ein neues Problem mit sich. In der Regel lässt sich der Preis eines Derivates nicht analytisch berechnen, man muss dafür Simulationsmethoden nutzen. Je genauer die Bewertung einer Option sein soll, desto mehr Kurspfade müssen simuliert werden und desto zeitaufwendiger wird die Berechnung. Bei einem Portfolio von 10.000 Optionstiteln – für eine Bank ist diese Größenordnung keine Seltenheit – kann die Bewertung so fast einen Monat dauern. „Das ist natürlich im Hinblick auf das Risikomanagement für ein Kreditinstitut nicht akzeptabel. Mindestens einmal täglich muss dort ein Risikobericht vorliegen“, unterstreicht Mazzoni. Für die Bewertung großer Portfolios ist die Verwendung von GARCH-Modellen also nicht effektiv.
Bisher konnte dieses Problem der GARCH-Modelle nur semianalytisch gelöst werden, indem man die Berechnung des Wertes eines Portfolios in den Frequenzbereich – der auch als Fourierraum bezeichnet wird – transformiert. Dabei wird das mathematische Problem sozusagen unter einer anderen Perspektive betrachtet. Im Fourierraum lassen sich die notwendigen Größen für die Bewertung eines Portfolios rekursiv berechnen. Das Ergebnis wird dann aus dem Fourierraum mittels Integration rücktransformiert. Dr. Mazzoni erklärt, warum diese Lösung trotzdem nicht optimal ist: „Die Rücktransformation des Ergebnisses kann nicht analytisch erfolgen. Man kann vereinfacht sagen, dass der Hinweg analytisch, der Rückweg aber nur noch numerisch erfolgen kann. Und dieser „numerische Rückweg“ kostet viel Zeit. Je nachdem, wie genau die numerische Integration erfolgt, dauert die Bewertung von großen Portfolios so trotzdem noch einige Tage und damit für Banken viel zu lange für eine effiziente Risikoevaluation.“
An diesem Punkt setzt Mazzonis Ansatz an. Er hat die Vorteile der Transformation in den Fourierraum aufgegriffen und so die Größen für die Bewertung eines Portfolios analytisch berechnet. Die Innovation seiner Methode ist, dass sie auf die sehr zeitintensive numerische Rücktransformation des Ergebnisses aus dem Fourierraum verzichtet und stattdessen mit Approximationen, also mit Näherungen, arbeitet. Diese Näherungen sind sehr präzise und ermöglichen in einem sehr kleinen Bereich explizite Lösungen. Diese Lösungen werden dann anschließend in eine Reihenentwicklung überführt. Kernpunkt dieser Idee ist, dass jegliche Rekursion und vor allem die sehr zeitintensive numerische Integration entfallen. Anstelle der Integrale erhält man nun Ableitungen. Mit dieser Methode lässt sich ein Portfolio mit 10.000 Titeln - anstatt wie bisher in Tagen - in rund sechs Sekunden bewerten. „Mit dieser Methode sind Banken nun in der Lage, den Wert eines Derivats auch auf einem Finanzmarkt mit variabler Volatilität in analytischer Form und deshalb in wenigen Millisekunden zu berechnen“, fasst Mazzoni zusammen.
Seine optimierte Methode zur Bewertung von Derivaten hat mit der Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Journal of Derivatives nicht nur in der Wissenschaft große Anerkennung gefunden. Mike Staunton von der Cass Business School in London hat Mazzonis Optionspreisformel bereits in einen VBA-Code (Visual Basic for Applications) portiert, so dass das Bewertungsmodell für Microsoft Datenbanksysteme – beispielsweise Excel – mit einem Knopfdruck für Banken verfügbar ist.
14. Januar 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Untersuchungsergebnisse liegen jetzt vor
KfW-Förderprogramm sorgt für effizienten Klimaschutz
"Energieeffizienzberatung" stärkt auch Wettbewerbsfähigkeit von KMU
Im Auftrag des BMWi hat das Institut für Ressourcenschutz und Energiestrategien GmbH (IREES) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung die Effizienzberatung in diesem Jahr evaluiert. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen jetzt vor.
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle: "Die Studie belegt: Die Energieeffizienzberatung leistet einen wichtigen Beitrag für effizienten Klimaschutz".
Die im Zeitraum von Anfang 2008 bis Mitte 2010 durchgeführten Energieeffizienzberatungen haben laut Studie hochgerechnet zu einer Gesamtenergieeinsparung von jährlich 1.921 GWh geführt. Gleichzeitig haben sie Investitionen in Energieeinsparmaßnahmen von 666 Mio. EUR ausgelöst. Dem stand bisher eine jährliche Energiekosteneinsparung von 122 Mio. EUR gegenüber.
Bundesminister Brüderle: "Das sind sehr positive Ergebnisse. Mit Umsetzung des Energiekonzepts wollen wir das erfolgreiche Programm zur Förderung der qualifizierten und unabhängigen Energieberatung von kleinen und mittleren Unternehmen bedarfsorientiert ausbauen und weiterentwickeln."
"Die Förderung der Energieeffizienzberatung spart für die teilnehmenden Unternehmen Kosten ein und verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit", sagt Dr. Ulrich Schröder, Vorsitzender des Vorstands der KfW Bankengruppe gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid). "Viele Unternehmer waren regelrecht überrascht von den im Rahmen der Beratung aufgedeckten Energie- und Kosteneinsparpotenzialen, die regelmäßig zwischen acht und 20 Prozent betragen."
Aus diesem Grund empfehlen 75 % der befragten Unternehmen die Nutzung des Programms weiter, so die Studie. Zwei Drittel der Unternehmer, die eine Energieeffizienzberatung in Anspruch genommen haben, sind mit der Qualität der Beratung und den unabhängigen Empfehlungen sehr zufrieden. Wie wichtig der Anreiz ist, den das Förderprogramm bietet, zeigt sich daran, dass ohne Zuschuss nur 9 Prozent der befragten Unternehmen eine entsprechende Energieeffizienzberatung in Anspruch genommen hätten.
Außerdem kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich die Einbindung von Handelskammern, Handwerkskammern, Energieagenturen sowie anderen Institutionen als Regionalpartner bei der Abwicklung des Programms bewährt hat.
"Die persönlichen Kontakte der Regionalpartner vor Ort und deren vielfältigen Aktivitäten zur Unterstützung der Antragsteller machen das Programm bekannt und sorgen dafür, dass es genutzt wird", sagt Dr. Schröder dem bid.
04. Januar 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
IfM Bonn legt Zahlen vor
Gründungs- und Liquidationsgeschehen in 2010
Positiver Gründungssaldo in den ersten drei Quartalen 2010 von fast 42.000
Der Gründungssaldo aus den ersten drei Quartalen wird sich im letzten Quartal erfahrungsgemäß und aufgrund des Trends nur noch marginal verändern. Für das Jahr 2010 ist mit mindestens 425.000 Existenzgründungen und höchstens 385.000 Liquidationen zu rechnen. Damit wird der Gründungssaldo im Jahr 2010 über 40.000 liegen.
Prof. Johann Eekhoff, Präsident des IfM Bonn, weist gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid) dazu auf folgende Zusammenhänge hin: „Aufgrund des zeitlichen Vorlaufs der Entscheidung für eine Gründung kann festgestellt werden, dass der konjunkturelle Einbruch 2009 sich nicht negativ auf das Gründungsgeschehen ausgewirkt hat. Es hat lediglich eine leichte Verschiebung von den Hauptniederlassungen zu den Kleingewerbegründungen gegeben. Die spannende Frage bleibt, inwieweit der Mittelstand in den nächsten Jahren mit Kosten der Krisenbewältigung belastet wird.“
Das IfM Bonn wurde im Jahr 1957 gegründet. Träger des Instituts sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Das IfM Bonn erforscht die Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands rund um die Themenfelder Mittelstand und Gesellschaft/Staat, Lebenszyklus von Unternehmen, Unternehmensführung und stellt umfangreiche Daten zur Mittelstands- und Gründungsstatistik bereit.



