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09. Januar 2012 / bid-Redaktion
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Trainer und Coaches auf der Messe
20. LEARNTEC steht in den Startlöchern
Internationale Leitmesse und Kongress für professionelle Bildung, Lernen und IT
Bei dem Vortragswettbewerb präsentieren die Teilnehmer jeweils in maximal zehn Minuten innovative Ideen, Projekte und Produkte aus dem Personalwesen. Das Publikum – vor Ort oder online – stimmt live über die Präsentationen ab. Ein Schwerpunkt der diesjährigen LEARNTEC ist das Thema Trainer und Coaches. Die Branche präsentiert ihr Portfolio in einem eigenen Themenpark auf der Messefläche. Außerdem werden die Themen Mobile Learning, Serious Games und Social Media im Mittelpunkt der Messe stehen.
Spielerisch lernen
Unter dem neuen Label GAMES@LEARNTEC bietet die LEARNTEC eine Reihe von Aktivitäten rund um das Thema Spielen: In der Gaming Area können Besucher Serious Games spielen und testen. Im Anwenderforum stellen Experten aus der Praxis ihre Best Cases vor, und auf dem An-Kongress LevelUp! tauschen sich Game-Entwickler und Designer über die Entwicklungen im Bereich Serious Games und Computerspiele aus. "Wann immer wir spielen, lernen wir auch", so Professor Dr. Peter A. Henning, Mitglied des LEARNTEC-Kongress-Komitees. "Die didaktischen und technischen Möglichkeiten der Computerspiele gewinnen im gesamten Bildungsbereich immer mehr an Bedeutung, die LEARNTEC wird das Thema deshalb dauerhaft aufgreifen."
Internationale Keynote-Speaker
Auf die Besucher des Kongresses warten Keynotes von Vordenkern der Branche: Hannes Schwaderer, Geschäftsführer Intel GmbH in Deutschland, spricht im Rahmen des Bildungsforums am 31. Januar über „Medienkompetenz = Lebenskompetenz? – Sind die digitalen Medien aus dem Alltag überhaupt noch wegzudenken?“ Dem Thema „Soziale Netzwerke und junge Zielgruppen – Aktives Lernen im Web 2.0“ widmet sich Stefanie Waehlert, CEO der VZ Netzwerke Ltd. Am zweiten Messetag stellt Oskar Heer, Leiter Arbeitspolitik der Daimler AG, in seinem Kongress-Vortrag die Frage „Duale Aus- und Weiterbildung – Zukunft oder Abgesang?“. Eine Keynote befasst sich mit Mobile Learning: Professor Dr. Brendan Tangney spricht in seinem englischsprachigen Vortrag über „Learning with a Smartphone. The Future of Science and Technology Training“.
„Messebesucher können im Bildungsforum drei Public Keynotes hören“, erklärt Sünne Eichler vom Kongress-Komitee der LEARNTEC . „Mit Professor Dr. Norbert Bolz, Antony Fedrigotti und Professor Dr. Jørgen Bang konnten wir Experten für ganz verschiedene Aspekte des Lernens gewinnen.“ Professor Dr. Norbert Bolz, Medienwissenschaftler an der TU Berlin, spricht am ersten Messetag über „Lernen heißt sondieren – von der ‚Weisheit der Vielen’ bis zur Verschmelzung von Tools & Toys“. Coach und Motivationstrainer Antony Fedrigotti erläutert sein Konzept von „Power Thinking – Erfolg und Veränderung beginnt im Kopf“. Er will den Zuhörern zeigen, wie sie ihr Potenzial aktivieren und so erfolgreicher werden. Professor Dr. Jørgen Bang von der Aarhus Universitet nimmt in seinem Vortrag „How to organize life long learning“ die Universitäten und ihre Rolle als Lernanbieter ins Visier.
Nachhaltiges Lernen für die Zukunft
Die Baden-Württemberg Stiftung wird im Rahmen ihrer Informations- und Bildungsinitiative „Expedition N“ mit einem Expeditionsmobil Station auf der LEARNTEC machen. Mit Aktionen und Vorträgen rund um das Thema Nachhaltigkeit wird sie den Messebesuchern Anreize für den bewussten Umgang mit Energie liefern. Das Energiespiel, ein Serious Game im Innern des Expeditionsmobils, verbindet Spaß und nachhaltiges Handeln. Medienkompetenz von Kindern stärken Parallel zur LEARNTEC treffen sich am 2. Februar Vertreter aus Medien, Politik und Pädagogik zum „Medienkompetenztag“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg. Sie sprechen über frühkindliche Bildung und diskutieren, wie die Medienkompetenz junger Menschen ausgebaut werden kann. Eine weitere Veranstaltung, initiiert vom Kultusministerium Baden-Württemberg, thematisiert das Schulbuch der Zukunft: Vertreter von Schulbuchverlagen diskutieren auf dem Symposium darüber, wie Lehrmaterialien zukünftig aussehen und wie On- und Offline-Medien in der Schule optimal miteinander verbunden werden können.
30. Juni 2011 / bid-Redaktion
TOP-Meldung
Erneuerbare Energien und Dienstleistungen als neue Wachstumsfelder
Stadtwerke wollen in erneuerbare Energien investieren
Studie: Hohe Investitionen und Risiken nur in Kooperation zu meistern
Für 27 Prozent der befragten EVU haben die erneuerbaren Energien erste Priorität, wenn es um künftiges Wachstum im insgesamt stagnierenden Markt geht. Bis 2020 sollen die Regenerativen im Schnitt 35 Prozent zu den Umsätzen der Stadtwerke beitragen. Mehr als 55 Prozent des beschafften Stroms sollen aus erneuerbaren Quellen stammen, und 30 Prozent davon wollen die EVU selbst herstellen.
Spitzenreiter Windkraft
Bei der Erzeugung regenerativer Energien haben die EVU klare Präferenzen. Weit an der Spitze steht die Windkraft – 55 Prozent wollen in Onshore-, 42 Prozent in Offshore-Windanlagen investieren. Photovoltaik steht für 30 Prozent im Fokus, Wasserkraft für 23 Prozent. Biogas (20 Prozent) und Biomasse (11 Prozent) rangieren danach schon eher auf den hinteren Plätzen, und Solarthermie (6 Prozent) ebenso wie Geothermie (4 Prozent) sind weit abgeschlagen. Grundsätzlich geht es in allen Fällen nicht nur um eigene Kapazitäten, sondern gleichermaßen um Beteiligungen.
Die dezentrale Stromerzeugung in Haushalten und Betrieben, auf abgelegenen Flächen und im Wattenmeer wird intelligente Netze („smart Grids“) erfordern, die die vielen kleinen Strommengen sinnvoll aufnehmen und wieder verteilen. „In dieser Dezentralisierung liegt die Chance der lokalen und regionalen EVU“, erklärt Gerd Lützeler, Leiter des Bereichs Energieversorgung bei Ernst & Young gegenüber der Fachpresseagentur Badenia-Informationsdienst (bid). „Denn damit kehrt die Stromerzeugung von wenigen Großkraftwerken zurück in die Fläche, also in den Wirkungsbereich der Stadtwerke.“ Freilich: Wer sich sein Stück vom großen Kuchen der künftigen Energieversorgung sichern wolle, müsse entsprechende Vorleistungen bringen und massiv investieren.
Ähnliches gilt für den zweiten großen Hoffnungsbereich der Energieversorger, die technischen Dienstleistungen und das Feld der Energieeffizienz im weiteren Sinne. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen die befragten Unternehmen im Schnitt ein Sechstel ihrer Deckungsbeiträge mit neuen Dienstleistungen erzielen. Dabei setzen 26 Prozent der Unternehmen auf Energiedienstleistungen und energienahe Dienstleistungen, jeweils 17 Prozent auf Kommunikations-Services und Contracting-Dienstleistungen und 11 Prozent auf Energieeffizienz als Wachstumsträger.
Stadtwerke müssen kooperieren
„Die Unternehmen werden große strategische und investive Anstrengungen unternehmen und dabei neue, ungewohnte Wege beschreiten müssen, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen“, prognostiziert Helmut Edelmann, Director Utilities bei Ernst & Young. Ein Weg sei vielen Befragten bereits klar: „Ohne Kooperationen wird es nicht gehen – einzelne Stadtwerke werden im Alleingang nur noch wenig ausrichten können. Gemeinsam können die Unternehmen größere Projekte stemmen und gleichzeitig die Risiken auf mehrere Schultern verteilen“, so Edelmann. Im Bereich der erneuerbaren Energien plädieren 75 Prozent von ihnen für die Zusammenarbeit mit anderen Stadtwerken in der Region, 45 Prozent würden gleichartige Partner auch außerhalb der eigenen Region suchen.
Nur 30 Prozent versprechen sich einen Erfolg von der vertikalen Kooperation mit Vorlieferanten-EVU. Die strategische Partnerschaft als Minderheitsbeteiligter an einem anderen EVU mag sich nur knapp jeder fünfte Befragte vorstellen, und gerade einmal 14 Prozent könnten sich mit einem Nicht-Energieunternehmen als Partner anfreunden, etwa mit einem Projektentwickler oder mit einem Solar- oder Windanlagenhersteller. Vollends auf Ablehnung stößt der Finanzdienstleister als Kooperations-Kandidat: Ganze 5 Prozent ziehen eine Kooperation mit einem Finanzdienstleister in Erwägung.
„Die Mehrheit der Stadtwerke verhält sich hier noch sehr konservativ“, stellt Lützeler fest. Das belege nicht zuletzt die Absicht von 58 Prozent der EVU, ihre Investitionen überwiegend aus Eigenkapital zu bestreiten. „Schaut man sich aber die gewaltigen Summen an, die sowohl in die Stromerzeugung als auch in die Verteilung über neue, intelligente Netze investiert werden müssen, dann wird auch die Finanzierung nicht ohne innovative Ansätze auskommen“, erwartet Lützeler. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2020 mindestens 250 Milliarden Euro in Stromerzeugung, -speicherung, -transport und -verteilung zu investieren sind.
Kooperationen besser vorbereiten und umsetzen
Probleme sieht Edelmann indessen in der Art und Weise, wie viele Unternehmen an Kooperationen herangehen. „In der Einschätzung der Erfolgsfaktoren haben emotionale und qualitative Faktoren ein zu großes Gewicht gegenüber rationalen betriebswirtschaftlichen Argumenten“, mahnt Edelmann. So sei häufig die „Partnerschaft auf Augenhöhe“ wichtiger als die Erschließung von Synergien, die persönliche Sympathie rangiere vor dem wirtschaftlichen Erfolg. Schnelligkeit, Arbeitsteilung oder Gewinne an Flexibilität spielten dagegen kaum eine Rolle.
Die Folge: Kooperationen oder Akquisitionen könnten häufig besser vorbereitet und umgesetzt werden. Denn Unternehmensbewertungen fänden kaum statt, und andere bewährte betriebswirtschaftliche Instrumente blieben oft ebenfalls weitgehend ungenutzt. „Kooperationen, die ausschließlich auf weichen Faktoren beruhen, bergen ein erheblich größeres Risiko des Scheiterns in sich“, so Edelmann.
14. Februar 2011 / bid-Redaktion
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Sparzwang trotz Aufschwung
Klamme Kommunen erhöhen Steuern und Gebühren
Weniger Investitionen in Straßen / Erhöhung von Grundsteuer und Kita-Gebühren
Die Beseitigung von Schlaglöchern und anderen Frostschäden auf Deutschlands Straßen wird zudem wohl auf sich warten lassen: 45 Prozent der Kommunen planen, Instandhaltungsmaßnahmen für Straßen aufzuschieben. Neuinvestitionen im Straßenbau wollen 40 Prozent der Städte und Gemeinden zurückfahren. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Umfrage unter 300 deutschen Kommunen beruht.
Die Wirtschaftskrise hatte zu einem dramatischen Einbruch bei den Steuereinnahmen geführt: Ende 2010 betrug das Defizit der Kommunen etwa 11 Milliarden Euro. Das Ergebnis: 54 Prozent der Kommunen bewerten ihre aktuelle Finanzlage als schlecht, nur 18 Prozent äußern sich zufrieden. Dank des überraschend starken Aufschwungs sprudeln allerdings inzwischen die Einnahmen der Kommunen wieder: 52 Prozent rechnen damit, dass in diesem Jahr die Einnahmen aus der Gewerbe-steuer steigen – nur 14 Prozent erwarten sinkende Einnahmen. Und sogar 55 Prozent der Kommunen gehen davon aus, dass steigende Einnahmen aus der Einkommensteuer mehr Geld in die kommunalen Kassen spülen – nur 16 Prozent erwarten einen Rückgang.
Gleichzeitig steigen aber auch die Ausgaben der Kommunen weiter: So gehen 55 Prozent der Befragten von steigenden Sozialausgaben – etwa für Unterkunftskosten beim Arbeitslosengeld II – aus. Und 54 Prozent erwarten steigende Personalkosten. Niedrigere Ausgaben erwarten jeweils nur 8 bzw. 13 Prozent der Kommunen.
Gut jede dritte deutsche Kommune (38 Prozent) musste für das Jahr 2010 sogar ein Haushaltssicherungskonzept verabschieden, das heißt, diese Kommunen können keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und müssen ihre Finanzplanung der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorlegen.
Kommunen setzen den Rotstift an und erhöhen Abgaben
Trotz der steigenden Einnahmen können die Kommunen also nicht Entwarnung geben. Im Gegenteil: Sie verstärken ihre Sparanstrengungen und erhöhen in großem Umfang kommunale Steuern und Gebühren.
Nachdem bereits im vergangenen Jahr 28 Prozent der Kommunen den Grundsteuerhebesatz erhöht hatten, werden in diesem Jahr 30 Prozent der Städte und Gemeinden mehr Geld von den Grundbesitzern einfordern. Die Gebühren für Kindergarten oder Ganztagsschule wollen 27 Prozent der Kommunen erhöhen. Und Friedhofsgebühren und Hundesteuer steigen bei 26 bzw. 23 Prozent der Kommunen.
„Mit dem neuen Jahr ist eine Welle an Steuer- und Gebührenerhöhungen auf die Bürger zugekommen“, stellt Hans-Peter Busson, Partner bei Ernst & Young, gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid) fest. „So müssen beispielsweise viele junge Familien mehr für den Kita-Besuch der Kinder ausgeben, die Grundsteuer für das Eigenheim steigt, und für den Hund wird eine höhere Hundesteuer fällig. Insgesamt können diese Abgabenerhöhungen zu einer erheblichen Mehrbelastung führen“.
Sparen wollen die Kommunen vor allem in den Bereichen Straßenbeleuchtung (17 Prozent) und Jugend- und Seniorenbetreuung (14 Prozent) – nachdem bereits 2010 von relativ vielen Kommunen entsprechende Maßnahmen umgesetzt wurden. Vielfach werden zudem auch Bäder geschlossen (9 Prozent).
Angesichts der steigenden Steuereinnahmen dürften diese Maßnahmen bei vielen Bürgern auf Unverständnis stoßen, erwartet Busson: „In vielen Kommunen sind heftige politische Auseinandersetzungen vorprogrammiert.“ Aus seiner Sicht gibt es allerdings zumeist keine Alternative zu einem harten Sparkurs und Abgabenerhöhungen. „Angesichts des Schuldenbergs der Kommunen bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als gegenzusteuern. Und das heißt: Ausgaben kürzen und Einnahmen steigern. Die steigenden Steuereinnahmen helfen zwar, werden das Problem aber nicht allein lösen.“ Busson gibt aber auch zu bedenken: „Beim Sparkurs dürfte das Ende der Fahnenstange bald erreicht sein. Jede Glühbirne kann nur einmal rausgedreht werden, und auch Schwimmbäder lassen sich nur einmal schließen.“
Investitionsstau wächst
Der strenge Winter hat dazu geführt, dass viele Straßen in einem katastrophalen Zustand sind. Die Behebung dieser Schäden wird für viele Kommunen allerdings eine große Herausforderung sein. Denn auch in diesem Bereich wollen die Städte und Gemeinde sparen: So geben 45 Prozent der Kommunen an, dass sie Instandhaltungsmaßnahmen für Straßen und Gebäude strecken wollen. Und 40 Prozent der Kommunen reduzieren die Neuinvestitionen in den Straßenbau und die Stadt-entwicklung. Die Folgen: „Sanierungsbedürftige Straßen werden nur provisorisch geflickt, Schul- oder Verwaltungsgebäude nur ungenügend instand gehalten – trotz der zusätzlichen Mittel aus dem Konjunkturpaket II“, kommentiert Busson. Viele Kommunen seien derzeit nicht in der Lage, dringend notwendige Investitionen zu tätigen, der Investitionsstau wachse daher weiter.
Unterm Strich werden die Investitionsausgaben der deutschen Kommunen im laufenden Jahr voraussichtlich weiter sinken: 39 Prozent wollen 2011 weniger investieren als im Vorjahr, nur 29 Prozent haben vor, die Investitionen zu steigern. Die übrigen Kommunen wollen die Ausgaben auf dem – oft niedrigen – Vorjahresniveau belassen.
„Deutschlands Städte und Gemeinden sind so hoch verschuldet wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten sind inzwischen extrem begrenzt“, konstatiert Busson. „Und während die Kommunen in den wirtschaftsstarken Regionen darauf setzen, dass die wirtschaftliche Erholung ihnen Entlastung verschaffen wird, sind die Perspektiven für Kommunen in strukturschwachen Regionen düster.“ Strukturelle Probleme – rückläufige Bevölkerungszahlen, hohe Erwerbslosigkeit, geringe wirtschaftliche Substanz – verhindern eine finanzielle Gesundung vieler Städte und Gemeinden, gerade in den neuen Bundesländern oder in anderen stark vom Strukturwandel betroffenen Ländern wie z. B. im Saarland oder in Nordrhein-Westfalen.
Eines der Hauptprobleme sind die kontinuierlich steigenden Sozialausgaben, beispielsweise Unterkunftskosten für Bezieher von Arbeitslosengeld II und die Ausgaben für Jugendhilfe. Spielraum für Kürzungen besteht hier nicht, da diese Ausgaben überwiegend bundesgesetzlich geregelt sind. Auch den steigenden Personalausgaben stehen die Städte und Gemeinden – trotz eines geplanten Stellenabbaus bei 49 Prozent der Kommunen – weitgehend machtlos gegenüber, da sie an die Tarifverträge gebunden sind.
Reform der Kommunalfinanzen weiter nötig
„Die Finanzsituation vieler deutscher Kommunen ist trotz Aufschwung sehr angespannt“, fasst Busson die Lage zusammen. „Die steigenden Steuereinnahmen ändern nichts daran, dass viele deutsche Städte im Grunde bankrott sind. Sie werden die Schuldenkrise nicht aus eigener Kraft lösen können – schon weil die Sozialausgaben immer weiter steigen und die Einsparmöglichkeiten gerade bei den besonders betroffenen Kommunen schon ausgereizt sind“, stellt Busson fest.
Eine nachhaltige Reform der Kommunalfinanzen sei deshalb weiter dringend geboten. „Trotz des Aufschwungs hat die seit Langem diskutierte Reform der Kommunalfinanzen nichts von ihrer Dringlichkeit verloren. Die Kommunen brauchen wieder einen größeren Gestaltungsspielraum und müssen stärker selbst über ihre Einnahmen und Ausgaben entscheiden können.“
05. Januar 2011 / bid-Redaktion
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Konjunkturumfrage „Mittelstand 2010/11 in Baden-Württemberg“
Aufschwung geht mit verminderter Dynamik weiter
Mittelständische Betriebe wollen mehr einstellen und investieren
Demnach blicken viele kleine und mittlere Unternehmen auf ein exzellentes Geschäftshalbjahr zurück. Auch die Erwartungen fürs kommende Halbjahr sind optimistisch. Entsprechend wollen zahlreiche Betriebe neue Mitarbeiter einstellen und mehr investieren.
Der Umfrage entsprechend bewerten rund 38 Prozent der befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut. 48 Prozent sind immerhin zufrieden, nur noch 14 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Damit überwiegt der Anteil derjenigen Unternehmen, die mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden sind, wieder deutlich.
Etwas zurückhaltender sind die Aussichten für das erste Halbjahr 2011. Hier erwarten bis zur Jahresmitte rund 35 Prozent eine gute Geschäftsentwicklung. Dem stehen 15 Prozent der Befragten gegenüber, die schlechte Erwartungen in die erste Jahreshälfte 2011 haben. 50 Prozent erwarten einen befriedigenden Verlauf im ersten Halbjahr 2011.
Das BDS-Mittelstandsbarometer, das die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der Mittelständler zusammenfasst, ist insgesamt von ‚plus 18,9‘ Punkte auf ein Allzeithoch von ‚plus 21,3‘ Punkten gestiegen.
Nach der allgemeinen Wirtschaftslage befragt, bewerten diese 11 Prozent der Betriebe als schlecht, während 36 Prozent sie als gut einschätzen. Die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) beurteilt die gefühlte wirtschaftliche Grundstimmung als befriedigend.
„Der Aufschwung ist nun auf breiter Basis im Mittelstand angekommen. Die meisten Mittelständler haben eine sehr gute derzeitige Geschäftslage und werden auch im kommenden Jahr diese gute Entwicklung halten können. Dass die Dynamik des Aufschwungs im kommenden Jahr nachlässt, ist normal. Denn dadurch werden Probleme, die aus konjunktureller Überhitzung resultieren, vermieden. Wichtiger ist es, nun den Aufschwung nachhaltig zu sichern“, kommentierte BDS-Präsident Günther Hieber gegenüber dem Badenia-Informationsdienst (bid) die Ergebnisse. „Entscheidend ist dabei, dass die Politik, die durch die gute Konjunktur zu erwartenden Steuermehreinnahmen, für eine Steuerstrukturreform nutzt, die weiter geht als die bisherigen Vorschläge. Wichtig sind dabei zum einen Steuervereinfachungen. Zum anderen brauchen die Betriebe nach der substanzzehrenden Krise wieder die Möglichkeit, eine gesunde Eigenkapitaldecke aufzubauen“, so der Fachanwalt für Steuerrecht.
Alle Branchen profitieren vom Aufschwung
Im Branchenvergleich liegen erstmals seit langer Zeit alle Branchen im positiven Bereich, allerdings auf unterschiedlichem Niveau und mit leicht unter-schiedlichen Tendenzen. Bei Dienstleistern, Freien Berufen und in der Industrie geht die Entwicklung weiter nach oben. Besonders erfreulich ist die gute Aufwärtsentwicklung im Einzelhandel, der viele Jahre das Sorgenkind des Mittelstandes war. Auch blicken die Händler optimistisch ins kommende Jahr und hoffen, vom allgemeinen Aufschwung sowie möglichen Lohnsteigerungen der Konsumenten profitieren zu können. Auch im Handwerk ist die konjunkturelle Situation weiterhin positiv, allerdings jahreszeitlich bedingt mit leicht abgeschwächter Entwicklung im Vergleich zum Sommer.
Unternehmensgrößen: Große Mittelständler mit guten Erwartungen
Im Vergleich der Unternehmensgrößen gilt: Je größer die Unternehmen, umso besser die derzeitige Geschäftslage. Auch die Zukunftserwartungen für die kommenden Monate sind bei den großen Mittelständlern am besten, während die Einzelunternehmen ohne Mitarbeiter eher zurückhaltend optimistisch sind.
44 Prozent der größeren Mittelständler mit zwischen 50 und 250 Mitarbeitern bewerten die Aussichten als gut, nur rund 9 Prozent als schlecht. Insgesamt zeigt sich, dass die größeren Unternehmen zwar von der Krise am meisten betroffen waren, nun aber von der konjunkturellen Erholung auch am meisten profitieren werden. Je kleiner die Unternehmen hingegen sind, umso weniger spüren sie die Ausschläge des konjunkturellen Auf und Ab.
Beschäftigung: Neue Jobs im Mittelstand
Der Mittelstand war in der zurückliegenden Krise der Garant für einen stabilen Arbeitsmarkt. Auch im letzten Halbjahr war die Beschäftigungssituation sehr konstant. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Mitarbeiterzahl reduziert haben (15,2 Prozent), lag nur unwesentlich unter der Zahl der Betriebe, deren Mitarbeiterzahl zugenommen hat (13,3 Prozent). Nur rund 12 Prozent der Befragten mussten dabei Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen. Im kommenden Halbjahr wird die Zahl der Mitarbeiter voraussichtlich in über drei Viertel der Betriebe konstant bleiben. Die Zahl derjenigen, die eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl ankündigen, geht auf knapp 10 Prozent zurück. 13,6 Prozent der Betriebe planen steigende Mitarbeiterzahlen. Das Barometer steigt um zwei Punkte auf ‚plus 3,6’. Daher ist im Mittelstand insgesamt mit einer weiteren Erhöhung der Mitarbeiterzahl zu rechnen.
Investitionsschub im Mittelstand
In der Krise haben zahlreiche Unternehmen auf nicht notwendige Investitionen verzichtet. Nun ist die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen verringern wollen, mit 19,4 Prozent im Vergleich zum Sommer (27,6 Prozent) erneut weiter gefallen. Hingegen wollen nun gut 21,2 Prozent der Unternehmen wieder mehr investieren (Sommer 16,1 Prozent). Über die Hälfte der befragten Unternehmen planen, ihre Investitionen auf dem bisherigen Niveau zu halten. Das BDS-Mittelstandsbarometer ‚Investitionen’ steigt von ‚minus 11,5’ auf ‚plus 1,7’ Punkte und damit erstmals in den positiven Bereich. Die langfristige Tendenz des Investitionsbarometers deutet auf eine steigende Investitionsbereitschaft und einen Investitionsschub im Mittelstand hin.
Der BDS Baden-Württemberg führt seit 2001 halbjährlich eine Konjunkturumfrage unter seinen Mitgliedsbetrieben durch. An der Umfrage im Winter 2010 haben sich 756 Unternehmen im Zeitraum zwischen dem 23. November und 16. Dezember 2010 beteiligt. Mit dem BDS-Mittelstandsbarometer, das je zur Hälfte aus den Daten zur aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen besteht, können die verschiedenen Jahre verglichen werden.
20. Dezember 2010 / bid-Redaktion
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IHK-Präsident Thomas Philippiak:
Kammern helfen bei der Unternehmensnachfolge
Ratgeber der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg neu aufgelegt
„In vielen mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg ist der Generationswechsel ein aktuelles Thema. Die rechtzeitige und systematische Vorbereitung der Unternehmensnachfolge ist eine wesentliche Voraussetzung für den dauerhaften Erhalt des Betriebs. Fehler bei der Übergabe können zu Unternehmenskrisen bis hin zur Betriebsaufgabe führen“, betont Thomas Philippiak, Präsident der für den BWIHK im Bereich Gewerbeförderung federführenden IHK Heilbronn-Franken.
Mit dem Ratgeber wollen die baden-württembergischen IHKs Anstöße für eine sorgfältige Planung der Unternehmensnachfolge geben. Der Wegweiser informiert über die vielfältigen Themenbereiche, die hierbei zu beachten sind: Wie bereite ich eine Unternehmensnachfolge vor? Welche Formen der Übergabe gibt es? Wie wird der Unternehmenswert ermittelt? Wie finde ich einen geeigneten Nachfolger? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es bei einer Übernahme? Zu diesen und weiteren Themen bietet die Publikation gezielte Informationen.
Mit einem breit gefächerten Service- und Beratungsangebot bieten die IHKs fundierte Unterstützung bei der Unternehmensübergabe. Darüber hinaus geben sie Hilfestellung bei der Suche nach einem qualifizierten Nachfolger.
Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei den zwölf IHKs in Baden-Württemberg.
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHK). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 534 000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.
07. Dezember 2010 / bid-Redaktion
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Baden-Württemberg
Gründungsakt der Trinationalen Metropolregion Oberrhein
Struktur der vier Säulen ist einzigartig in Europa
Der Ministerpräsident wird am Donnerstag beim offiziellen Gründungsakt der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) in Offenburg teilnehmen. „Damit haben die vier Säulen erstmals eine gemeinsame, nationale Grenzen übergreifende Strategie zur Stärkung des Oberrheins entwickelt“, betonte Reinhart. Diese Struktur der Mehr-Ebenen-Governance sei in Europa einzigartig. Sie stelle eine neue Form der Zusammenarbeit und Steuerung in einer europäischen Grenzregion dar.
„Wir wollen den Oberrhein mit ganz konkreten Maßnahmen weiter entwickeln und ihn zu einer Modellregion für europäische Integration machen“, sagte Europaminister Reinhart, der dem Kabinett am Montag die Strategie für die Trinationale Metropolregion vorgestellt hatte. „Wir setzen damit auch die im Lissabon-Vertrag eingeführte harmonische und solidarische Entwicklung der europäischen Regionen um.“
Mit konkreten Projekten solle die Innovation in Wirtschaft und Wissenschaft gefördert und der Oberrhein zu einer Exzellenzregion entwickelt werden. „Besonders wichtig ist es uns dabei, die Bürger aktiv mit einzubeziehen. Erstmalig finden hier grenzüberschreitende Bürgerbeteiligungen statt“, erklärte der Minister.
Ausgangspunkt der Metropolregion sei ein nationale Grenzen überschreitender Lebensraum von knapp sechs Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlands-produkt von rund 202 Milliarden Euro. „Diese Region liegt strategisch günstig im Herzen Europas. Sie verfügt über ein hohes Wissenschaftspotenzial, wettbewerbsfähige und innovative Unternehmen sowie einen dynamischen und grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt“, unterstrich Minister Reinhart. Darüber hinaus gebe es eine seit Jahrzehnten bewährte grenzüberschreitende Praxis auf verschiedenen Ebenen, die im Interesse der Bevölkerung schrittweise zum Abbau der Grenzeffekte und zum Aufbau eines territorialen und sozialen Zusammenhalts am Oberrhein beigetragen hätte. Darauf aufbauend sei nun die neue Strategie entwickelt worden.
Aufgabe und Funktion der Säule Wirtschaft ist die Förderung der grenzüberschreitenden Clusterbildung und des Standortmarketings durch Kooperation von Unternehmen sowie von Wirtschaftsorganisationen und Verbänden. Das Ziel dieser Säule ist beispielsweise, nationale Ausbildungsangebote trinational zu vernetzen, um einerseits der Bevölkerung innerhalb der Region dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten und andererseits den Unternehmen das gesamte Fachkräftepotenzial der Region zu erschließen. Es laufen bereits mehrere Projekte, z.B. grenzüberschreitende Lehrlingsausbildung und TriProCom (Schülerberufspraktika im Nachbarland). Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Säule Wirtschaft ist die Förderung von Clustern. Ein grenzüberschreitendes Cluster am Oberrhein ist beispielsweise das Netzwerk Biovalley, welches Chemie-, Biotechnik- und Pharmaunternehmen im Dreiländereck vereint.
Aufgabe und Funktion der Säule Wissenschaft ist die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Netzwerkbildung im anwendungs- und forschungsorientierten Wissenschaftsbereich. Projektbeispiele sind die Wissenschafts- und Forschungslandkarte für den Oberrhein oder das Netzwerk „Duale Karriere am Oberrhein“ mit Schnittstelle zur Metropolregion Rhein-Neckar (derzeit im Aufbau). Geplant werden Auf- und Ausbau internationaler Studiengänge und Studierendenaustausche, insbesondere hinsichtlich Hochschularten übergreifender Angebote; ferner Studiengänge als Weiterbildungsangebote. Beim Dreiländerkongress in Bern, der in der vergangenen Woche stattfand, wurde angekündigt, eine Wissenschaftsoffensive innerhalb der TMO zu unterstützen. Dazu soll ab 2011 für die verbleibende INTERREG-Förderperiode bis 2013 eine Kofinanzierung von rund 2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Anteil des Landes beträgt dabei rund 1,2 Mio Euro.
Eine mit europäischen Fördermitteln finanzierte Koordinatorin, die in der Säule Politik angesiedelt ist, wird die Arbeit der TMO seitens der Säule Politik koordinieren und die Konkretisierung von Projektarbeiten zur Metropolregion gewährleisten. Ziel ist, dass die in Kehl angesiedelte Koordinationsstelle später aus drei Vertretern bestehen soll, die jeweils von den Säulen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entsandt werden.
Der Gründung der Trinationalen Metropolregion Oberrhein geht ein langjähriger Prozess voraus. Die Struktur der Oberrheinregion ist nicht vergleichbar mit bereits bestehenden Metropolregionen. Die Besonderheit liegt darin, dass die Oberrheinregion polyzentrisch aufgestellt ist. Es gibt keine Metropole im klassischen Sinne, sondern ein dichtes Netz von Groß-, Mittel- und Kleinstädten, die mit den dazwischen liegenden ländlichen Räumen eine homogene Solidargemeinschaft bilden. Der Begriff „Trinationale Metropolregion Oberrhein“ hat sich trotz des atypischen Charakters der Metropolregion durchgesetzt. Auch die vom Deutsch-Französischen Ministerrat am 4. Februar 2010 verabschiedete Agenda 2020 verwendet diesen Begriff. Die TMO umfasst folgende Gebiete:
In Deutschland:
Baden-Württemberg: Die Regionen Mittlerer Oberrhein und Südlicher Oberrhein und die Landkreise Lörrach und Waldshut;
Rheinland-Pfalz: Aus der Rheinpfalz den Raum Südpfalz mit den Landkreisen Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz und aus der Region Westpfalz die Verbandsgemeinden Dahner Felsenland und Hauenstein
In Frankreich:
Die Région Alsace (Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin)
In der Schweiz:
Die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Jura und Solothurn.
http://www.oberrheinkonferenz.org/de/metropolregion/
22. November 2010 / bid-Redaktion
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KfW-Kommunalpanel 2010
Finanzsituation vieler Kommunen deutlich verschlechtert
Weitere Zuspitzung der Probleme erwartet Hoher Investitionsrückstand
verschlechtert: Jede zweite Kommune (53 %) - und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr - schätzt inzwischen ihre eigene Finanzlage als mangelhaft ein. Dies gilt insbesondere für größere Städte und Gemeinden, die überdurchschnittlich häufig von einer schwierigen Gesamtfinanzierungssituation sprechen.
"Die Talsohle ist nach Einschätzung der Städte und Gemeinden noch nicht erreicht: Fast jede dritte Kommune geht davon aus, dass sich ihre Finanzlage noch weiter deutlich verschlechtert", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe letzte Woche dem Badenia-Informationsdienst (bid) in Berlin. Für die Studie wurden insgesamt 1.751 Kommunen mit mehr als 2.000 Einwohnern im Auftrag der KfW vom Deutschen Institut für Urbanistik befragt.
Allerdings darf nicht übersehen werden, dass es durchaus auch Gemeinden gibt, denen es noch gut geht. Elf Prozent aller befragten Städte und Gemeinden - und zwar insbesondere kleinere und mittelgroße - beurteilen ihre Finanzlage als gut oder sehr gut. Von diesen rechnen 40 % mit einer weiterhin vorteilhaften oder zumindest neutralen Entwicklung im nächsten Haushaltsjahr. Die Heterogenität zwischen Kommunen mit guter oder ausgeglichener Haushaltssituation und solchen in schwieriger Finanzlage wird demnach weiter zunehmen.
Im Jahr 2010 werden die Städte und Gemeinden (einschl. kommunaler
Unternehmen) voraussichtlich 36 Mrd. EUR in ihre Infrastruktur investieren. Im Jahr 2011 - nach Auslaufen des Konjunkturpakets II - planen sie nur Investitionen in Höhe von 31 Mrd. EUR. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Straßen und Verkehrsinfrastruktur sowie Kinderbetreuung und Schulen: Insgesamt entfallen auf diese beiden Bereiche über 40 % des gesamten geplanten Investitionsvolumens.
"Demgegenüber stellen wir aber fest, dass sich aufgrund der seit langem bestehenden strukturellen Unterfinanzierung sehr vieler Kommunen ein massiver Investitionsrückstand in Höhe von etwa 75 Mrd. EUR aufgebaut hat. Besonders hoch ist dieser in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und Kinderbetreuung/Schulen", sagte Irsch. Dieser hohe Investitionsrückstand wird im nächsten Jahr voraussichtlich weiter zunehmen. Lediglich auf Sicht von fünf Jahren wird der Studie zufolge ein leichter Abbau erwartet, von dem jedoch der Problembereich Verkehrsinfrastruktur nicht profitieren wird.
Die Kommunen finanzierten ihre Investitionen im Jahr 2010 zu etwa gleichen Teilen mit Kommunalkrediten, Eigenmitteln und Zuwendungen von Bund, Ländern und EU. Etwa die Hälfte der befragten Städte und Gemeinden erwartet für 2011 eine steigende Bedeutung von Kommunalkrediten in der Investitionsfinanzierung. Mit Ausnahme von Leasing - welches von jeder zweiten Kommune genutzt wird - spielen alternative Finanzierungsinstrumente wie bspw. Contracting oder Public Private Partnership-Projekte nur bei großen Kommunen eine nennenswerte Rolle. Gerade Städte und Gemeinden, die mit diesen Instrumenten bereits Erfahrung gesammelt haben, wollen deren Einsatz (bis auf Leasing) in den nächsten Jahren besonders häufig einschränken.
15. September 2010 / bid-Redaktion
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In Baden-Württemberg:
Erfolgreiche Umsetzung der Konjunkturprogramme
„Gelder kommen bei den Bürgern und Unternehmen vor Ort an“
„In den vergangenen Wochen hat sich die Konjunktur im Land äußerst positiv entwickelt. Auch die Umsetzung der Konjunkturpakete hatte hieran ihren Anteil. Gerade die mittelständischen Betriebe in unserem Land profitieren von den Aufträgen im Rahmen der Programme“, erklärten Mappus und Stächele. Die Umsetzung des Zukunftsinvestitions- und des Landesinfrastrukturprogramms laufe noch bis Ende 2011. Dadurch könnten sie auch im zweiten Halbjahr und im nächsten Jahr konjunkturstabilisierend wirken und so Arbeitsplätze in Baden-Württemberg sichern.
„Die zeitnahe Umsetzung zeigt, dass sich das vereinfachte Verfahren für das Zukunftsinvestitionsprogramm im kommunalen Bereich in Baden-Württemberg bewährt hat“, so Stächele. Rund 609 Millionen Euro der zur Verfügung stehenden Bundesmittel seien den Kommunen als Budget zur Verfügung gestellt worden. Dies habe ein effizientes Verfahren ermöglicht. Dadurch seien die Aufträge an die Unternehmen zügig vergeben worden.
„Die Gelder kommen nun spürbar bei den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort an“, erklärte Finanzminister Stächele. Beispielsweise sei die energetische Sanierung der gewerblichen Schule in Ravensburg bereits abgeschlossen. Für rund 1,4 Millionen Euro seien dort die Dach- und Wandflächen gedämmt und die Fenster ausgetauscht worden. Das berufliche Schulzentrum Friedrichshafen habe ebenfalls im Rahmen einer energetischen Sanierung für eine Million Euro eine neue Heizanlage erhalten. Daneben seien große Baumaßnahmen wie der Neubau an der Universität Heidelberg für die exzellente Forschung oder das Erweiterungsgebäude für den Höchstleistungsrechner an der Universität Stuttgart begonnen worden.
12. August 2010 / bid-Redaktion
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Unterschriften in Pforzheim und London / Monatlich 500.000 Euro versenkt
Derivate und 57 Millionen Euro sind weg
OB Hager: "Wir sind die Derivate für 57,44 Millionen Euro endlich los"
Mit der Wertstellung des Betrags auf ein Konto von J.P. Morgan wird sich Pforzheim dann von den Derivaten befreit haben, die ursprünglich zur Zinsoptimierung vorgesehen waren, und letztlich einen verheerenden Verlauf angenommen haben: „Seit meinem Amtsantritt haben wir versucht Licht in die Struktur dieser Finanzmarktprodukte zu bekommen. Ich bin dem Gemeinderat sehr dankbar, dass wir in der Frage des Ausstiegs aus diesen Produkten einen großen Konsens hatten. Wir hatten es hier mit einer schweren Erblast zu tun, für die weder der Gemeinderat noch das heutige Bürgermeisteramt verantwortlich sind“.
Nach der Einschätzung der Verwaltung haben die Derivate einen eindeutig spekulativen Charakter und entsprechen wegen der fehlenden Konnexität zu bestehenden Kreditgeschäften nicht dem Derivate-Erlass des Landes Baden-Württemberg. Mit dem Ausstieg aus den Derivaten möchte die Stadtverwaltung Pforzheim wieder zu einem rechtskonformen Schuldenmanagement zurück-finden und zu einer geordneten Haushaltswirtschaft zurückkehren. Die Geschäfte bewegten sich zudem relativ stetig auf das Maximalrisiko in Höhe von 77,5 Millionen Euro zu. Die Entwicklung der jüngsten Monate hat gezeigt, dass der Monatsverlust bei jeweils 500.000 Euro lag. Ein schneller Ausstieg aus diesen Produkten war daher das Ziel. Das ist nunmehr erreicht.
Wie geht es jetzt weiter?
Um die Summe in Höhe von 57,44 Millionen Euro aufzubringen, muss die Stadt ihre gesamten Rücklagen auflösen und zur sofortigen Finanzierung des Derivateausstiegs einsetzen. Die Rücklagen waren ursprünglich dafür vorgesehen, in den Haushalt der Jahre 2011 und 2012 einzufließen. Diese Lücke soll nach den derzeitigen Planungen durch eine sogenannte „Sale-and-lease-back“-Konstruktion geschlossen werden.
Und das funktioniert folgendermaßen: Städtische Immobilien (also zum Beispiel Stadtbibliothek, Stadttheater, Rathaus, Schulen) werden finanziell bewertet und durch eine stadteigene oder neu zu gründende städtische Gesellschaft gekauft. Für Oberbürgermeister Gert Hager „ist völlig ausgeschlossen, dass private Dritte in eine solche stadteigene Gesellschaft Eingang finden; die bleibt zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Pforzheim“. Damit ist sicher gestellt, dass städtisches Vermögen für die Bürgerinnen und Bürger in Pforzheim erhalten bleibt. Nach dem Kauf werden die Gebäude von der Stadt Pforzheim zurückgeleast, wofür monatliche Raten zu bezahlen sind. Der Erlös tritt an die Stelle der ursprünglichen Rücklagen im Haushalt.
Nach übereinstimmender Haltung des Regierungspräsidiums und des Landes Baden-Württemberg ist dies die einzige zulässige Möglichkeit für die Stadt aus den Derivate-Geschäften herauszukommen. Mit diesen aufsichtsrechtlichen Entscheidungen kann die Stadt den wirtschaftlichsten Weg – bei den Banken Kredite aufzunehmen – nicht gehen.
Nach einem überaus schwierigen Jahr der Abwicklung der Derivate dankte OB Hager „allen Beteiligten, meinen Kollegen, dem Gemeinderat und den Führungskräften der Verwaltung, die hier immense Arbeit geleistet haben“. Gleichzeitig betonte der OB, dass die Frage der juristischen Bewertung über die Sommerpause geklärt wird: „Dann entscheiden wir über die Klage“, so Gert Hager.
12. Mai 2010 / bid-Redaktion
Badische Staatsbrauerei Rothaus:
Bierabsatz lag erneut über 900 000 Hektoliter
17 Millionen Euro Dividende an das Land / Steuern von 16,7 Mio. € bezahlt
In diesem Zusammenhang hat die Brauerei darauf hingewiesen, dass Rothaus seine Umsätze ausschließlich im hochpreisigen Marksegment erzielt. Wie bei dem Unternehmen üblich, wurde darauf verzichtet, den Ausstoß durch Sonderaktionen oder Preisnachlässe zu erkaufen. Dies wird auch künftig wesentlicher Teil der Strategie sein. Deshalb muss man allerdings leichte Schwankungen bei Ausstoß und Umsatz in Kauf nehmen.
Neben Ausstoß und Umsatz ist daher für die Brauerei vor allem die Umsatzrendite von Bedeutung. Sie ist traditionell hoch und stieg im abgelaufenen Jahr von 29,2 % auf 32,7 %.
Im Branchenvergleich konnte sich die Rothaus AG wiederum sehr gut behaupten und ihre Marktposition festigen. Bundesweit ging der steuerpflichtige Bierabsatz um 2,1 % zurück, in Baden–Württemberg, dem wesentlichen Verbreitungsgebiet von Rothaus, um 5,4 %.
Trotz der bei Rothaus gegebenen überregionalen Ausstrahlung wird das Unternehmen ganz bewusst eine der Heimat verbundene Schwarzwaldbrauerei bleiben. Vorrangiges Ziel ist nach wie vor, das jetzt erreichte hohe Niveau in dieser gesamtwirtschaftlich und speziell für die Braubranche schwierigen Zeit zu erhalten.
Die Produktpalette der Spezialitätenbiere umfasst Pils, Märzen Export, Hefeweizen und Radler. Neu hinzu kamen im Jahr 2009 zwei alkoholfreie Biere als Pils und Hefeweizen. In der 0,33 l Gebindeform sind die Biere als „Tannenzäpfle“, „Eiszäpfle“, „Hefeweizen-Zäpfle“ und „Radler-Zäpfle“ allgemein bekannt. Wesentlicher Absatz und damit Umsatzträger ist traditionell mit 82,5 % am Gesamtabsatz Pilsbier. Den größten Anteil hiervon hat das besonders beliebte „Tannenzäpfle“.
In Zusammenarbeit mit der Brennerei Kammer-Kirsch in Karlsruhe brachte Rothaus 2009 einen Whisky auf den Markt. Die rund 1.500 Flaschen waren in wenigen Tagen sofort vergriffen. Angesichts dieser regen Nachfrage wird Rothaus mit seinem Partner Kammer-Kirsch die Whiskyproduktion fortführen. Der daraus herrührende Umsatz ist im Verhältnis zum Gesamtumsatz von untergeordneter Bedeutung.
Die Investitionen betrugen im Geschäftsjahr 2009 € 4,1 Mio. Sämtliche Investitionen konnten wiederum komplett aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Der Cashflow beläuft sich auf 29,8 Mio. €. Das Anlagevermögen ist weiterhin vollständig durch Eigenkapital finanziert.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände machen rd. 8 Mio. € aus. Wesentliches Investitionsvorhaben war die Installierung einer Entalkoholisierungsanlage für die Herstellung der alkoholfreien Biere.
Die in den letzten Jahren begonnene Brauereierlebniswelt mit dem Brauereigasthof und der Brauerei als Mittelpunkt wurde durch die zweite Baustufe des „Zäpfleweges“ weiterentwickelt. Dieser Ausbau wird in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kamen über 100 000 Personen in den Brauereigasthof.
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrug 235 einschließlich 14 Auszubildender. In der strukturschwachen Lage des Hochschwarzwaldes ist die Badische Staatsbrauerei Rothaus AG daher ein wichtiger Arbeitgeber. Hinzu kommt, dass durch viele Aufträge zur Sicherung der mittelständischen Lieferanten beigetragen wird, die sehr häufig aus der näheren Umgebung kommen.
An das Land ist als Alleinaktionär der Rothaus AG erneut eine Dividende von 17 Mio. € bezahlt worden. Insgesamt hat das Unternehmen Steuern von 16,7 Mio. € bezahlt.
Der Unternehmenserfolg beruht wesentlich auf der Markenstärke von Rothaus. Sie ist der entscheidende Faktor für den Absatzerfolg neben dem transparenten und glaubwürdigen Preis- und Konditionengefüge sowie der konsequent praktizierten Kundenorientierung.
Das neue Geschäftsjahr 2010 ist nach Aussagen der Brauerei bisher gut angelaufen. Trotz der auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführenden Unsicherheit bezüglich des Verbraucherverhaltens erwartet der Vorstand auch für das laufende Geschäftsjahr einen erfolgreichen Abschluss.
05. Mai 2010 / bid-Redaktion
Baden-Württemberg:
Empfehlungen des Innovationsrats zur Umsetzung beschlossen
Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft erhält technologischen Vorsprung
Das Landeskabinett hat eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft beschlossen, mit denen entsprechende Empfehlungen des Innovationsrats umgesetzt werden. Die Gesamtkosten betragen rund 21,5 Millionen Euro.
Ministerpräsident Mappus hob hervor, dass der schnelle Transfer von For-schungsergebnissen in marktreife Produkte die Basis des Wohlstands im Land bilde. „Baden-Württemberg ist nicht umsonst das Land mit den höchsten Auf-wendungen für Forschung und Entwicklung, dem dichtesten Netz an Forschungseinrichtungen und dem größten Patentaufkommen in Deutschland“, so Mappus. „Diesen Vorsprung gilt es auch in Zukunft zu erhalten.“ Nach den Worten des Ministerpräsidenten folge das Land deshalb voller Überzeugung den Empfehlungen des Innovationsrates: „Wir wollen die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und zwischen den Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette intensivieren, wir wollen den Technologietransfer ausbauen und wir wollen die Potentiale von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung noch besser erschließen.“
Leuchtturmprojekt zur Stärkung und zum Ausbau des Zentrums für Euro-päische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim (3 Mio. Euro)
Die anwendungsorientierte Forschung des ZEW zur Effizienz und Wettbewerbs-fähigkeit wissensbasierter Volkswirtschaften in der Europäischen Union soll ge-stärkt werden. Birk: „Das ZEW soll als führendes europäisches Wirtschaftsfor-schungsinstitut international noch sichtbarer werden. Das Land wird das ZEW dabei unterstützen, seine wirtschaftspolitische Beratungskompetenz auszubauen und ein international orientiertes Programm für hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler einzurichten.“
Einrichtung einer elektronischen Kommunikationsplattform (1,6 Mio. Euro)
Ein zukunftsweisendes Projekt sei auch die Schaffung einer Kommunikations-plattform zur Stärkung des Technologietransfers, für die insgesamt 1,6 Millionen Euro eingeplant seien. Ziel ist es, Wissen in der gesamten Breite vorhandener Technologien zugänglich zu machen und den Austausch von Informationen zum Innovationsgeschehen im Land zu erleichtern. Drautz: „Diese Plattform wird nachfrageorientiert ausgestaltet werden; Unternehmen sollen dort ihre technologischen Problemstellungen anonymisiert darstellen können und beim Zugang zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt werden. Es ist beabsichtigt, die Ausschreibung für den Aufbau einer solchen Plattform in den kommenden Wochen vorzunehmen.“
Förderung von „Industrie auf dem Campus“- Projekten (5 Mio. Euro)
Es handelt sich dabei um neuartige Modelle des Wissenstransfers im Bereich der Zukunftstechnologien. Diese Kooperationen zeichnen sich nach den Worten von Staatssekretär Birk dadurch aus, dass Forscherinnen und Forscher aus Hochschulen und Unternehmen in einem Gebäude auf dem Hochschulgelände gemeinsam an verschiedenen Aspekten von industrierelevanten Forschungsprojekten arbeiten, deren Inhalte und Ziele gemeinsam festgelegt werden. „Dazu müssen geeignete Initiativen identifiziert werden, die in der Regel auf vorhandenen Kooperationen bzw. Kompetenzen in Hochschulen und Wirtschaft aufsetzen. Besonderes Augenmerk ist auf eine gemeinsam mit der Wirtschaft erfol-gende strategische Ausrichtung zu legen, die der grundlegenden Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Hochschulen und Wirtschaft dient.“
Kooperations- und Verbundforschungsprojekte (5 Mio. Euro)
Staatssekretär Drautz: „Es gilt, die hohe Innovationskraft unserer Wirtschaft zu erhalten. Daher ist es notwendig, ihre Beziehungen zur Wissenschaft zu intensi-vieren und durch raschen Transfer neuester Erkenntnisse ihre Wettbewerbsfä-higkeit weiter zu stärken. Ein wichtiger Baustein dafür sind Verbundprojekte zwi-schen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, in die insbe-sondere kleinere und mittlere Unternehmen eingebunden werden sollen. Eine Ausschreibung ist in Vorbereitung: Mit themenoffenen, vorwettbewerblichen Pro-jekten sollen vor allem im Aufbau befindliche Netzwerkaktivitäten auf den wichtigsten Technologiefeldern unterstützt werden.“
Gründung eines Kreativitäts- und Innovationsrings (0,4 Mio. Euro)
Ziel des Kreativitäts- und Innovationsrings ist es, einen interdisziplinären Trans-fer von Wissen und Erfahrungen zwischen Personen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft anzuregen. Dazu sind vor allem Veranstaltungen und Wettbewerbe vorgesehen. Birk: „Um unsere Innovationskraft zu erhöhen, brauchen wir den intensiven Austausch aller kreativen Branchen und Disziplinen - dazu gehört auch die Kunst.“ Die Koordination werden die Akademie Schloss Solitude und das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe übernehmen.
Bereits angelaufen: MINT-Programme (6,5 Mio. Euro)
Bereits im Jahr 2009 wurde das Sofortprogramm für MINT-Absolventen im Wissenschaftsbereich beschlossen. „In diesem bundesweit einmaligen Programm wird qualifizierten MINT-Absolventen baden-württembergischer Hochschulen, die unmittelbar nach Abschluss ihres Studiums keinen Arbeitsplatz finden, eine zeitlich begrenzte Beschäftigungsmöglichkeit in der Hochschule angeboten“, so Birk. Eine gesonderte Linie in diesem Programm bilde die Förderung von Frauen in MINT-Berufen in Wirtschaft und Wissenschaft. Damit solle insbesondere die Erwerbsbeteiligung von Frauen in diesem Bereich deutlich erhöht werden.
Mittelbedarf 21,5 Millionen Euro
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen ist ein Mittelbedarf von insgesamt 21,5 Millionen Euro in den Jahren 2010 und 2011 verbunden; insgesamt stehen 30,9 Millionen Euro zur Verfügung. „Über die Verlängerung des MINT-Programms wird nach Bedarf und nach einer Evaluierung entschieden. Außerdem können aus den restlichen Mitteln noch weitere Empfehlungen aus Arbeitsgruppen des Innovationsrats finanziert werden, die ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen haben“, so Drautz und Birk. Die Mittel würden zur Verstärkung der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft je hälftig für vom Innovationsrat vorge-schlagene Maßnahmen in den Geschäftsbereichen des Wirtschaftsministeriums und des Wissenschaftsministeriums eingesetzt. Außer bei der Förderung des ZEW werde davon ausgegangen, dass sich die Wirtschaft grundsätzlich an den Maßnahmen substantiell finanziell beteilige.
Der Innovationsrat wurde 2007 als Beratungsgremium der Landesregierung eingesetzt, um Empfehlungen für die Sicherung der Innovationsfähigkeit des Landes zu erarbeiten. Vertreten sind darin 50 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Kirchen, Sport und Medien sowie Kommunen, Verbänden, Kammern und Gewerkschaften.
Branchenübergreifende Arbeitsschwerpunkte des Innovationsrates waren die Themen „Fachkräfte“ und „Wissens- und Technologietransfer“. Der Innovationsrat hat zu diesen beiden Punkten Empfehlungen vorgelegt, die die Basis für den Beschluss der Landesregierung bilden.
Der Innovationsrat hat seit 2007 insgesamt acht Mal getagt. Am 29. September 2010 sollen in einer Abschlussveranstaltung Arbeit und Ergebnisse des Innovationsrats vorgestellt werden.
29. April 2010 / bid-Redaktion
Gute Botschaft für Baden-Württemberg zum Tag der Arbeit:
Arbeitslosenquote sinkt von 5,4 im März auf nun 5,2 Prozent
"Verantwortungsbewusstes Handeln mildert Krise auf dem Arbeitsmarkt"
„Die wirtschaftliche Entwicklung in Baden-Württemberg gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Wir sind auf einem guten Weg. Die Industrie erholt sich, auch das Handwerk spürt den einsetzenden Aufschwung. Trotz positiver Signale bestehen aber auch Unsicherheiten“, warnten der Ministerpräsident und die Ministerin gerade mit Blick auf die internationale Entwicklung.
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen bestätigen die grundsätzlich positive Einschätzung. Die Arbeitslosenquote sank von 5,4 Prozent im März auf nun 5,2 Prozent. So waren im April 10.718 weniger Menschen arbeitslos als noch im Vormonat. Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Vergleich zum März um 0,5 Prozentpunkte auf aktuell 3,8 Prozent abgefallen. Dennoch sind noch immer 289.474 Menschen ohne Job.
„Ohne den engagierten, aber auch von spürbarem Verzicht geprägten Beitrag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Land und ohne den unternehmerischen Weitblick der Arbeitgeber wäre dieser Weg nicht möglich gewesen“, betonten Mappus und Stolz. Sie dankten den Sozialpartnern für ihre konstruktive Zusammenarbeit und den erkennbaren Willen, den Weg aus der Krise gemeinsam weiter fortzusetzen.
Mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Missbräuche im Bereich der Zeitarbeit und die Zunahme so genannter „atypischer Beschäftigungsverhältnisse“ (z. B. Minijobs mit maximal 400 Euro, Arbeitskontrakte für Saisonkräfte oder Ein-Euro-Jobs, überwiegend befristete Arbeitsverhältnisse, Teilzeitarbeitsverhältnisse unter 20 Wochenstunden und Leiharbeitsverhältnisse) sei es besonders wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der notwendigen Flexibilität in der Arbeitswelt und der erforderlichen Sicherheit für die Beschäftigten zu finden, sagte die Ministerin.



